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Forum für Linkshänder  - Das  Linkshänderforum  
  #1  
Alt 21.03.2015, 21:51
GregorH
 
Beiträge: n/a
Standard Essentieller Tremor/Soziale Phobie/Depression->ULH

Essentieller Tremor/Schreibkrampf/Soziale Phobie/Depression --> ULH

Hallo,
ich bin neu hier im Forum, und sehr froh, dass es diese Plattform gibt, auf der sich
Betroffene austauschen können.

Hier meine Geschichte:
Ich bin ULH, kann mich an meine Umschulung allerdings nicht erinnern.
Bis zu meinem 35. Lj. war ich der festen Überzeugung, ich sei Rechtshänder,
machte fast alles mit rechts.

Kindheit:
Als Kind bin ich oft traurig, schlafe schlecht; seit meiner frühen Kindheit verunsichert
es mich, wenn mir jemand beim Essen zusieht (heute glaube ich zu wissen warum);
meine Spielzeuggitarre nehme ich spontan wie ein Linkshänder (wie Jimi Hendrix),
das weiß ich heute noch.

Schulzeit:
In der 4. Klasse, als es auf den Übertritt zugeht und ich sehr viel schreiben muss,
erkranke ich an Asthma. Nach einer Kur wechsle ich aufs Gymnasium und komme dort
relativ gut mit. Allerdings bin ich ab der 7. Klasse permanent müde.
Ich lerne mehrere Instrumente (u. a. Schlagzeug und Gitarre), alles in Rechtshänder-
Spielweise, und beginne, in mehreren Bands Schlagzeug zu spielen.
Ab der Oberstufe beginnt sich, zusätzlich zu meiner ständigen Müdigkeit, in der rechten
Hand ein Zittern zu entwickeln, das zunächst nur nach Anstrengungen (z. B. längeres
Schreiben oder Schlagzeugspielen) auftritt.

Studium:
Während des Studiums wird das Zittern so stark, dass ich das Schlagzeugspielen aufgebe,
was mir sehr schwer fällt. Ich ziehe mich immer mehr zurück, entwickle eine regelrechte
soziale Phobie, da das Zittern inzwischen auch in meiner Umgebung auffällt und ich mich
deswegen sehr schäme.

Ein Neurologe diagnostiziert einen sog. "essentiellen Tremor" und verordnet mir Beta-
Blocker, die zunächst etwas Linderung bringen.
Die Probleme beim Schreiben nehmen jedoch weiter zu, ich bekomme Schreibkrämpfe
und es fällt mir immer schwerer, den Unterrichtsstoff adäquat mitzuschreiben.
Hinzu kommen Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und nervöse Herzbeschwerden,
die schließlich in eine Depression münden.
Letztendlich gebe ich auch das Studium auf und stehe im Alter von ca. 27 Jahren
plötzlich vor dem Nichts, ohne zu wissen warum.

Weiterer Verlauf:
Ich bekomme Antidepressiva verschrieben, die mich weitgehend stabilisieren, beruhigen
und den Tremor weitgehend unterdrücken, so dass ich zumindest einen Abschluss in einem
Ausbildungsberuf machen kann.
Mein früheres Lebensgefühl erreiche ich jedoch nicht mehr: Ich leide an einer Dysthymie.

Im Alter von 35 Jahren beginne ich eine Psychotherapie.
Nach mehreren Sitzungen macht mich meine Therapeutin - sie ist selbst ULH -
auf das Problem der unterdrückten Linkshändigkeit aufmerksam und empfiehlt mir das
Buch von Barbara Sattler "Der umgeschulte Linkshänder".
Nach Lektüre dieses Buches zieht es mir erst mal die Füße weg:
Zum einen weiß ich intuitiv sofort, dass ich der Ursache für meine Probleme auf der Spur
bin, andererseits befallen mich tiefe Trauer und auch Wut.
Ein Händigkeitstest bestätigt meine Vermutung: Ich bin unterdrückter Linkshänder.
Von einer Rückschulung in Sachen Schreiben wird mir von mehreren Seiten abgeraten,
so lasse ich es zunächst mit der Rückschulung.
Mein Schlagzeug, das ich seit Jahren nicht mehr angerührt habe, baue ich in der Linkshänder-Position auf (wie Phil Collins) und erziele dabei erstaunliche Ergebnisse.
Die verlorenen Jahre lassen sich zwar nicht mehr aufholen, aber ich verspüre plötzlich wieder Lust zu spielen - für mich ein kleines Wunder.
Rechtshändiges Schreiben versuche ich soweit es geht zu vermeiden und der essentielle Tremor verschwindet - bis auf ein leichtes Zucken in der Handmuskulatur - mit den Jahren
fast völlig.
Nicht verschwunden sind jedoch die psychischen Folgeschäden, die die unterdrückte LH in
meinem Seelenleben hinterlassen hat:
Ich finde bis heute sehr schwer Zugang zu meinen eigenen Bedürfnissen und Emotionen,
leide unter sozialen Ängsten und an einer dysthymen Störung, die immer wieder von
schweren Erschöpfungsdepressionen überlagert wird.
So zuletzt im Sommer letzten Jahres.
Seltsamerweise vernahm ich ausgerechnet in dieser Phase vollkommener Lethargie und
Antriebslosigkeit meine innere Stimme, die mir riet:
"Mach es! Beginne mit der linken Hand zu schreiben!"

(Mehr dazu vielleicht in einem weiteren Beitrag)


Zitat:
Nichts ist so stark wie eine Idee deren Zeit gekommen ist (sinngemäß nach Victor Hugo)
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  #2  
Alt 21.03.2015, 23:34
Andi86 Andi86 ist offline
 
Beiträge: 151
Standard AW: Essentieller Tremor/Soziale Phobie/Depression->ULH

Hallo GregorH,

ich sage einfach mal: Willkommen im Forum, auch wenn du dich noch nicht angemeldet hast. Hier findest du viele Gleichgesinnte, die ein ähnliches Schicksal hatten, natürlich belassene LH und solche die sich als Beidhänder sehen. Sie alle können mit Rat zur Seite stehen und ihre eigenen Erfahrung mit dir Teilen. Anmelden dauert nicht lange und lohnt sich...

LG Andi86
__________________
A mind is a terrible thing to waste
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  #3  
Alt 22.03.2015, 11:53
Samson Samson ist offline
 
Beiträge: 11
Lächeln AW: Essentieller Tremor/Soziale Phobie/Depression->ULH

Hallo GregorH,

ich denke, deine Lebensgeschichte kann ich so ähnlich auch unterschreiben. Beim Schlagzeug spielen kam ich nie über die Skills eines Ringo Starr hinaus. Erst mit Anfang 30 hab ich beim üben der Basics rausgefunden, dass nicht meine rechte Hand schneller wurde, sondern meine Linke. Woraufhin ich mir dann die Frage stellte, ob ich nicht vielleicht Linkshänder sei. Ich hab das dann auch zur Sicherheit nochmal testen lassen und hab dann für mich die Entscheidung getroffen mich auf dieses Abenteuer Rückschulung einzulassen. Beim Schlagzeug spielen hab ich auch wie du die Drums ganz auf Links gestellt, was aber eher frustrierend für mich war. Also hab ich für mich nach Rücksprache mit meinem Drum-Lehrer für das Open-Handed Playing entschieden, wo ich wie du wahrscheinlich auch nachvollziehen kannst, enorme Erfolge erziele. (Man darf sich hier nicht die Frage stellen: "Hätte ich das mal früher gewusst".) Das kann dann schon echt frustrierend sein. Was hätte man alles werden können etc. Ich musste das erstmal für mich annehmen lernen, aber ich hab auch im Prozess der Rückschulung gemerkt, dass das auch mal hochkommen kann und auch darf. Daher ist vielleicht auch professionelle Begleitung bei so einem Prozess sinnvoll. Gerade was z.B. auch Stifthaltung betrifft. Ich hab da auch am Anfang was verkehrt gemacht und hab dann vor einem Jahr meine Stifthaltung nochmal ändern müssen.
Was das Schreiben betrifft, ich weiss ja nicht wer dir dazu abgeraten hat, aber das ist für mich das I-Tüpfelchen an dem ganzen Prozess. Auch hier wird natürlich, wenn du dich schon mit einiger Literatur das Thema betreffend beschäftigt hast, davon abgeraten gleich sofort mit dem Schreiben zu beginnen. Was ich auch hier nur unterschreiben kann. Ich habe erst ein paar Monate Schwungübungen, liegende Achten oder Nachspürübungen gemacht. Die Entscheidung wann man mal richtig anfängt zu schreiben kam bei mir von ganz alleine. Was sehr sinnvoll für mich ist und was z.B. die Frau Neumann rät, ist z.B. Tagebuch zu führen. Ich habe jetzt schon mein drittes und es ist einfach nur geil, wie man anhand der Schrift eine Entwicklung ablesen kann. Das Ganze ist ein Prozess und so sollte man es auch betrachten.
Was hat sich für mich geändert? Ich bin wesentlich ausgeglichener, viel konzentrierter, flüssiger im Sprechen, kann viel besser zuhören, brauch den Leuten nicht mehr in die Parade zu fahren, hab viel mehr Vertrauen in mich und meine Kraft, hab beim spielen des Schlagzeugs nicht mehr das Gefühl einer Blockade, wo ich merke das es nicht mehr weiter geht. Die Möglichkeiten im Spiel sind sozusagen grenzenlos (z.B. Geschwindigkeit, aber auch im Leben), die Wahrnehmung anderer Menschen mir gegenüber ist nicht mehr, da kommt Samson der Grobmotoriker, sondern da kommt Samson, der ist wesentlich feinmotorischer unterwegs. Achso, und ganz wichtig. Die innere Unruhe ist weg!!! Und natürlich noch vieles mehr

Beste Grüße

Samson

Zitat: If you change, everything else will change - Jim Rohn
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