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  #1  
Alt 20.01.2018, 12:36
Irma Irma ist offline
 
Beiträge: 1
Lächeln RS - AD problemlos in kurzer Zeit abgesetzt? Kann das sein

Hallo!

Vor etwa einem Monat kam ich durch Zufall auf das Thema Spiegelschrift und probierte es spaßeshalber aus. Verblüfft stellte ich fest, dass ich, ohne es je versucht zu haben, perfekt kursiv in Spiegelschrift mit der linken Hand schreiben kann. Mühelos und ohne nachdenken zu müssen. Ich beschäftigte mich mit dem Thema Händigkeit, zum ersten Mal, und mit den Anzeichen für ULH, die bei mir wären:

- als Kind habe ich nicht nur Wörter, einzelne Buchstaben gespiegelt, sondern ganze Texte in Spiegelschrift geschrieben
- öffne Flaschen etc. mit links
- Supermarkt: Korb immer rechts, links greift
- Münzen hole ich mit links aus dem Geldbeutel
- Pirouetten im Uhrzeigersinn
- Klatschen mit links (rechte Hand oben, aber linke Hand klatscht)
- Babys halte ich mit dem Kopf rechts
- Tiere streichle ich mit de linken Hand (alte Fotos durchgegangen)
- auf den wenigen Kinderfotos esse ich mit links
- Zeitschriften blättere ich zuerst von hinten nach vorne
- Gestikulieren mit linker Hand
- Bücher über Kopf lesen kein Problem, sehr angenehm


Meine Füßig-, Ohrig-, Zungig- und Äugigkeit scheint auch links zu sein, allerdings beruht die Vermutung auf den gefundenen Tests.

- Tretroller und auch sonst: Standbein rechts, links Spielbein
- Fußball: linker Fuß schiebt an
- Füße überschlagen: links auf rechts
- Arme verschränken: rechter Unterarm oben
- zielen und anvisieren: linke Hand
- Balance, zum Bsp. Standwaage: rechts steht, links hält Balance
- Weitsprung: Absprung: rechts am Boden, links geht in die Luft
- Snowboard, Skateboard: Position Goofy

Als Kind und Erwachsene hatte ich durchgehend physische und psychische Probleme in allen Bereichen und lebte zuletzt mit den Diagnosen ADHS und Depression. Ich bin 30 Jahre alt. Ich habe immer das Gefühl gehabt, "dass mit meinem Gehirn etwas nicht stimmt", aber wurde dafür immer belächelt - von Angehörigen und Ärzten.

Seit 1,5 Jahren nehme ich Antidepressiva ohne nenneswerte Besserung, zuletzt 375 mg Venlafaxin, die Höchstdosis - es sollte vor allem gegen meine chronische Müdigkeit und Erschöpfung helfen. Ein wenig tat es das.
Grund für die Einnahme war ein Burn-Out, der mich trotz Bestleistungen dazu zwang, die aktuell verfolgte Ausbildung abzubrechen. Er kam nach einer besonders schreibintensiven Phase, die das Schreiben von Hand erforderte.
Dass ich nach Klausuren mein Leben lang mit unbeschreiblicher Erschöpfung, Dissoziationen, Schmerzen und vegetativen Symptomen wie Herzklopfen, Tremor und Erröten zu kämpfen hatte - es war mir immer ein Rätsel, dass nun gelöst werden konnte. Auch hatte ich beim Schreiben immer Schmerzen, der ganze Körper war verkrampft. Am Mittelfinger der rechten Hand habe ich ein Fingerganglion.

In der RS hatte ich bereits nach kurzer Zeit den starken inneren Drang, es abzusetzen. Das Gefühl, dass ich es nicht brauche.
Vorherige Versuche endeten bei kleinster Reduzierung in Absetzerscheinungen der schweren Art. Heulkrämpfe, Übelkeit, Müdigkeit, Stimmungschaos, depressive Verstimmung.
Nun konnte ich innerhalb zwei Wochen und einem inneren Gefühl, dass es richtig und notwendig ist, in riesigen Schritten absetzen. Von einem Tag auf den anderen von 375 auf 300, dann 300 auf 150, 150 auf 75, 75 auf 37, 37 auf 0. Ohne nennenswerte Absetzerscheinungen?! Lediglich minimale Brain-Zaps, die aber absolut zu ertragen sind.
Kann das denn wahr sein???
Auch sonst erlebe ich nur positive, unglaubliche Änderungen, die ich so nicht mal ansatzweise erwartet hätte.
Ich bin absolut baff und frage mich, ob jemand diese Erfahrung auch gemacht hat. Über Erfahrungen anderer würde ich mich sehr freuen.

Und eine Frage an die Musiker. Ich habe Gitarre und Ukulele gespielt, aber trotz Talent mit frustrierendem Resultat. Melodien konnte ich mir nie merken oder sie wiedergeben. Spielen und Singen in verschiedenen Tempi - das habe ich nie geschafft. Es war alles mechanisch und freudlos.
Nun habe ich die Ukulele umgespannt und siehe da - es geht, es macht Lust, ich fühle es, es hört sich lebendig an. Anschlagsmuster ergeben sich von selbst und ich kann den Takt mühelos halten. Auch beim Trommeln, wenn die linke Hand führt. Allerdings fühle ich mich danach etwas benebelt und leicht gereizt. Vergeht das? Sollte ich noch warten bzw. weniger spielen?

Ich schule mich übrigens selbst zurück, da mir der nötige Taler fehlt, habe aber ein Rezept für Ergotherapie erhalten - allerdings nicht speziell für die Rückschulung.

Geändert von Irma (20.01.2018 um 13:25 Uhr).
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  #2  
Alt 20.01.2018, 15:06
Dori Dori ist offline
 
Beiträge: 297
Standard AW: RS - AD problemlos in kurzer Zeit abgesetzt? Kann das

Erst mal herzlichen Glückwunsch, dass du mit der Rückschulung so viele positive Erfahrungen machst. Das ist ein super Gefühl, nicht?

Ich habe auch schon ein AD von heute auf morgen abgesetzt ohne Nebenwirkungen. War aber auch keines, bei dem man unbedingt schrittweise vorgehen muss. Da gibt es ganz andere Medis.
Wenn du jetzt, im Gegensatz zu vorherigen Absetzerfahrungen, keine Stimmungseinbrüche hast, spricht das ja erst mal dafür, dass die Rückschulung ein Puffer für dich ist.
Es kann sein, dass die Umschulung die Depression aufrechterhalten hat und dagegen können natürlich auch keine Medis ursächlich helfen.
Du kannst es ja einfach mal beobachten, wie du dich weiterhin ohne AD fühlst.

Am Anfang von einer Rückschulung sind die meisten in einem richtigen Gefühlshoch weil sich alles so gut und toll anfühlt mit links. Das ist wahrscheinlich vergleichbar mit dem Zustand direkt nach der Geburt. ^^
Bei mir hat diese Euphorie gut 3 Monate angehalten und das war absolut toll und hilfreich, um die Motivation hoch zu halten.
Als Anstoß - es kann sein, dass du gerade auch in so einer Hochstimmung bist, was das Weglassen des Medi kompensiert. Es kann sein, dass die Stimmung später wieder einen Einbruch hat. Aber wenn du gut auf dich achtest und auch im Blick hast, was deine Stimmung beeinflusst, kannst du dann jederzeit gegensteuern.

Zum Musikmachen - ich kann den Takt mit links auch besser halten. Wenn du dich danach benebelt und gereizt fühlst, ist das ein Zeichen, dass du zu viel gemacht hast. Das ist dann eine Überkompensation. Das ist bei jedem auch nochmal verschieden, wie viel man machen kann, deshalb ist es schwierig, eine Empfehlung zu geben. Aber ich schätze mal, 10 Minuten am Tag gehen gut, über ne Stunde solltest du dir vielleicht nicht gleich geben.

Ergotherapie ist ne gute Unterstützung, das mache ich auch. Am besten suchst du dir jemand, der auch Linkshänderberater ist. Wenn es da niemanden in deiner Nähe gibt, ist "normale" Ergo auch gut. Das Üben der Feinmotorik ist ja händigkeitsneutral.
__________________
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