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  #1  
Alt 16.06.2017, 02:17
Solveig Solveig ist offline
 
Beiträge: 87
Frage Alte Schulvorschriften Deutschland zur Händigkeit ?

Guten Morgen,

Ich befasse mich seit einer Woche mit meiner Linkshändigkeit und der darauf folgenden Umschulung in den Sechzigern.

Und suche im Web nach den Vorschriften der Schulen in Deutschland mit denen die zwangsweise Rechtshändigkeit bei Kindern bis etwa 1975 (???) festgeschrieben worden ist - finde nichts, egal unter welchen Stich - oder Schlagworten ich suche.

Schulen haben doch für alles Verordnungen und Regeln - wo kann ich diesen "Text" dazu finden ?
Oder gibt es keine VO dazu, weil Rechtshändigkeit in den Schulen christlich-religiös begründet wurde ?

Kann mir hier vielleicht jemand einen handfesten Tipp geben oder eine Stelle, bei der ich anfragen kann ?

Mit freundlichen Grüßen,

Solveig
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  #2  
Alt 17.06.2017, 11:22
BarbaraS BarbaraS ist offline
 
Beiträge: 562
Standard AW: Alte Schulvorschriften Deutschland zur Händigkeit ?

Einige Städte/Bundesländer haben Schulmuseen, dort sitzen oft Mitarbeiter oder Ehrenamtliche (oft Ruheständler aus dem Pädagogischen) die vielleicht einen Tipp haben.

Ansonsten mal die Unibibs durchforsten, an denen Studiengänge Pädagogik angeboten werden. Meisten findet sich ältere Literatur im Magazin. Du kannst wohl heute alle Unibibs per Online Katalog durchsuchen.

Aschmoneit hat schon 1970 in seinem Heft 4 Linkshändigkeit auf die Probelematik der Umschulung hingewiesen, er bezieht sich hierbei im wesentlichen auf wegweisenden Forschungen und Erkenntnisse von Sovák. Auch Schenk-Denzinger hat 1974 bereits in Legastenie und Linkshändigkeit auf die Folgen der Umschulung hingewiesen.

Viele Lehrer der Kriegsgeneration, die dann die Schüler der 70er unterrichteten haben aber sicherlich noch die von Himmler in Auftrag gegebene Studie im Kopf. Näheres Hier: http://www.linkshaenderforum.org/for...p/t-16586.html

Frag doch einfach mal in deiner Unibib, wo die alten Schulgesetze deines Bundeslandes archiviert werden. Bei mir hier wäre dies das Staatsarchiv, in dem ich mir die Unterlagen dann aus dem Archiv ausheben lassen kann.

Gruß
BarbaraS
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  #3  
Alt 18.06.2017, 02:51
Solveig Solveig ist offline
 
Beiträge: 87
Standard AW: Alte Schulvorschriften Deutschland zur Händigkeit ?

Danke , BarbaraS. für Deine Mühe.

Jedem Bundesland seine Verordnung ? Ich staune.

Mich interessieren in diesem Fall weniger die Mahner, als tatsächlich die Verordnung nach '45 , die das Alles für die Kinder verursacht hat.

ich werde mal forschen, wenn ich was genaues finde, teile ich es mit.

Grüße
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  #4  
Alt 18.06.2017, 08:22
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 477
Standard AW: Alte Schulvorschriften Deutschland zur Händigkeit ?

Liebe Solveig,
na ja, Bildungspolitik ist ja Ländersache, da hat der Bund selten etwas damit zu tun, außer bei so allgemeinen Sachen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz..._der_Erziehung
Erst seit diesem Gesetz ist es absolut verboten, Gewalt (Fixierung, Schläge, Demütigungen und was einigen Leuten sonst noch eingefallen ist) einzusetzen (auch im Elternhaus), um Kinder davon abzubringen, mit der linken Hand zu agieren. Und es ist im Jahr 2000 verabschiedet worden. Ich bin immer noch ganz baff.
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  #5  
Alt 18.06.2017, 17:59
BarbaraS BarbaraS ist offline
 
Beiträge: 562
Standard AW: Alte Schulvorschriften Deutschland zur Händigkeit ?

Voraussetzung für dies Gesetz ist dann der Umstand, dass ein Kind nur dann nicht umgeschult werden darf, wenn es linkshändig agiert. Das Gesetzt sagt nix dazu aus, wie Kinder zu behandeln sind, die in der Händigkeit noch nicht festgelegt sind oder wechseln.

Hier bei uns gibt es erst seit ca. 7 oder 8 Jahren in der ersten Schulanfangsphase einen Beobachtungszeitraum, in dem die Lehrkräfte feststellen sollen, mit welcher Hand ein Kind agiert. Da aber die Lehrer ja die alten sind und auch in deren Köpfen eine "Meinung" besteht, kann es wohl durchaus vorkommen, dass ein Lehrer gerade bei Kindern, die nicht festgelegt sind, "bestimmen" dass das Kind RH ist. Es ist ja dabei zu sehen, dass in den letzten Jahren, auch dank der Eherechtsrefom 2008 fast alle Mütter, gerade auch alleinerziehende spätestens mit dem 3. Lebensjahr der Kinder wieder arbeiten, also ihr Kind einem Betreuungssystem überlassen müssen, in dem eben genau die Händigkeitsproblematik nicht wirklich vertraut ist.

Auch heute wird im Lehramtsstudium nicht auf diese Problematik eingegangen, höchstens vielleicht wenn ein Dozent dazu eine Vorlesung anbietet - die aber ja i.A. nicht verpflichtend ist. Ich hab gerade einen Bekannten, der im letzten Semester ist, von umgeschulen LH hat der bisher an der Uni noch nie was gehört, nur von mir. Er kann sich zwar vorstellen, dass eine Umschulung ein Problem sein könnte... aber eben nur, wie so vieles sein könnte...... Also da passiert auch heute noch nix verpflichtendes und flächendeckendes.

In dem recht bekannten Werk "Kindersprechstunde" von Goebel/Glöckler ein naturkundlich orientierter ärztlich-pädagogischer Ratgeber ist in der Ausgabe von 1992 noch das Schreiben mit der rechten Hand als Willensstärkung für den LH empfohlen, wie es auch die Walddorfpädagogik teilweise noch heute vorsieht. In der Ausgabe von 1998 steht dann eine geschickte Formulierung, in der die Traumatisierung des Lh durch das schreiben mit rechts nur darauf beruht, dass dies mit einer Diskriminierung und Zeitdruck geschieht. Wenn man denn mit Geduld und liebevoller Zuwendung versucht, dem Kind das Schreiben mit der rechten Hand zu ermöglichen - damit das Kind sich gegenüber den RH nicht zurückgesetzt fühlt - so würde man dem LH-Kind ermöglichen, stolz darauf zu sein, wie die anderen schreiben zu können. - Dies ist ein Buch, was heute noch, gerade auch gebraucht, gehandelt wird, weil dieser 600 Seiten Wälzer ein Standartwerk der ganzheitlich und naturkundlich-androphosophisch orientierten Erziehung ist.

Gruß
BarbaraS
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  #6  
Alt 18.06.2017, 18:28
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 477
Standard AW: Alte Schulvorschriften Deutschland zur Händigkeit ?

Da mag der Mumpitz herkommen, den ich in so vielen Beiträgen in Elternforen gelesen habe.... Dass die Gesellschaft der Wissenschaft aber auch immer 100 Jahre hinterherhinkt (mindestens).
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  #7  
Alt 19.06.2017, 12:59
Micha.el Micha.el ist offline
 
Beiträge: 785
Standard AW: Alte Schulvorschriften Deutschland zur Händigkeit ?

Ja, es ist ein Graus,
wenn mir doch nur irgendjemand sagen könnte, was man dagegen tun kann, außer sich hier die Finger blutig zu tippen! Ich wäre dabei.
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  #8  
Alt 19.06.2017, 19:48
Jolien Jolien ist offline
 
Beiträge: 365
Standard AW: Alte Schulvorschriften Deutschland zur Händigkeit ?

Zu den Schulvorschriften in den einzelnen Bundesländern, soweit diese sich zu einer Anfrage geäußert haben, bezüglich der Förderung der angeborenen Händigkeit:

http://linkshaender-ev.de/Schule

Jolien
__________________
Mein Motto: "Ächtz, ächtz, muss ich das schon wieder mit Rechts machen???" - "Nein, lieber mit Links, denn das bringt's!"
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  #9  
Alt 19.06.2017, 21:22
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 477
Standard AW: Alte Schulvorschriften Deutschland zur Händigkeit ?

"Die Worte hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." Wie das wohl in der Praxis aussieht....
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  #10  
Alt 21.06.2017, 10:48
Solveig Solveig ist offline
 
Beiträge: 87
Standard AW: Alte Schulvorschriften Deutschland zur Händigkeit ?

Hallo,

Ich staune, was ich da losgetreten habe.
Ich war mal auf den Onlineseiten der Mainzer Unibib - Schockschwerenot !
Da brauche ich einen freien Kopf und Tag und ein schnelles Internet, wenn ich recherchieren will und alle drei Voraussetzungen sind grade nicht bei mir gegeben
Zitat:
Zitat von BarbaraS.
Hier bei uns gibt es erst seit ca. 7 oder 8 Jahren in der ersten Schulanfangsphase einen Beobachtungszeitraum, in dem die Lehrkräfte feststellen sollen, mit welcher Hand ein Kind agiert. Da aber die Lehrer ja die alten sind und auch in deren Köpfen eine "Meinung" besteht, kann es wohl durchaus vorkommen, dass ein Lehrer gerade bei Kindern, die nicht festgelegt sind, "bestimmen" dass das Kind RH ist.
Genau.
Eine sogenannte "Übergangsphase"
Und zusätzlich stellt sich aktuell auch die Erforschung der Frage bei vielen Kindern mit Migrationshintergrund,
wie wird das im Heimatland kulturell gehandhabt, wie offen ist die Einstellung dieser Eltern zu der Händigkeit des Kindes ...(kann man mit den Eltern sprachlich kommunizieren oder ist das ohne Dolmetsch nicht möglich und übersetzt der Dolmetsch so wie gesprochen.... Zum Haareraufen.
Zitat:
Zitat von BarbaraS.
Ich hab gerade einen Bekannten, der im letzten Semester ist, von umgeschulen LH hat der bisher an der Uni noch nie was gehört, nur von mir. Er kann sich zwar vorstellen, dass eine Umschulung ein Problem sein könnte... aber eben nur, wie so vieles sein könnte......
Hatte ich kürzlich auch, jemand wollte mir eine handwerkliche Technik beibringen und das hat leider garnicht gut funktioniert, obwohl ich mich angestrengt habe wie ein Bär.
Fragt er mich: "Du bist doch nicht dumm, wieso kriegst du diese einfache Sache nicht hin ???" ich versuche dramalos zu erklären und er meint: "Überbewertest Du da nicht ziemlich ?"

Zitat:
Zitat von Micha.el
Ja, es ist ein Graus,
wenn mir doch nur irgendjemand sagen könnte, was man dagegen tun kann, außer sich hier die Finger blutig zu tippen! Ich wäre dabei.
Ideen hätte ich schon:

Aber -bla Geld, bla Vorschrift Bürokratie bla und so

Wie sieht es denn aus mit der Ganztagsbetreuung in Grundschulen; hier in Rheinlandpfalz kann jemand mit pädagogischen Vorkenntnissen dort bei der Hausaufgabenbetreung ehrenamtlich unterstützen ( Mein Stand ist aber von 2014 )
Rumgesponnen - da könntest Du Dich doch mal Vorort informieren und vielleicht vor der eigenen Haustür etwas tun ?
Dickes vielleicht !

Zitat:
Zitat von Jolien
Code:
http://linkshaender-ev.de/Schule
dortselbst:
Zitat:
In den "Leitgedanken zum Kompetenzerwerb" des Faches
Deutsch ist verankert, dass Kinder, deren Händigkeit noch nicht klar zu
erkennen ist und linkshändige Kinder eine angemessene Unterstützung erhalten.
*ironie* Das Wörtchen "angemessen" ist immer so wunderbar vielseitig anwendbar - das reicht vom Kopftätscheln über Loben über Rahmbonbon bis hin zur Linkshänderschere - was eben grade von der in der Situation befindlichen Person für angemessen gehalten wird...


ich weiss nicht ,warum mir der Text so wichtig ist, aufgrund dem ....Aber bei Gelegenheit suche ich weiter ,

Euch einen schönen Tag !
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