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Forum für Linkshänder  - Das  Linkshänderforum  
  #31  
Alt 12.06.2017, 12:57
Phineas Phineas ist offline
 
Beiträge: 299
Standard AW: Klavier

Huhu Michael,

hab mich vielleicht bisschen schlecht ausgedrückt.

Bei den Noten (also auf dem Blatt) bleibt das C1 gleich. Es hat die erste Hilfslinie. Nur dass das C1 nicht unten, sondern oben ist (die Rede hier ist natürlich vom Violinschlüssel).

Beim Klavier / Epiano (den Tasten) des Linkshänders ist das C1 da wo normalerweise beim Rechtshänder das E1 wäre. Dann geht man von rechts nach links runter. Das H des Rechtshänders wäre dann das F des LHs. Da wo der Rechtshänder eigentlich das F sieht, sieht der Linkshänder beim LH-Piano das H, gefolgt vom C der nächsten Oktave und soweiter.

Das gedrehte Notensystem ist sogar gar nicht so schlecht, mir fällt es jetzt nur grad schwer, das zu erklären. Im Grunde genommen kannst du so weiterhin spielen wie auf einem Rechtshänderklavier. Es ändert sich nichts an der grundsätzlichen Noten-Übertragung aufs Klavier. Der höchste Ton aufm Notenblatt ist auch der höchste Ton auf der Tastatur. Würde man das herkömmliche (nicht gespiegelte Notensystem) verwenden, würde der niedrigste Ton auf dem Notenblatt von dem höchsten Ton auf der Tastatur gespielt werden müssen, das würde MICH kirre machen. So (gespiegelt) ist es hingegen lediglich wie ein eigener Notenschlüssel. So wie die Bratsche einen eigenen Notenschlüssel hat im Vergleich zur Violine. Nur das Erlernen dieses neuen Notenschlüssels ist ein gewisses Erschwernis. Wenn man das aber mal raus hat, kann ich mir vorstellen, gehts recht gut mit dem Spiel.

<-- falls überhaupt wer diese Erklärung grad verstanden hat. Ich hätte es wahrscheinlich nicht kapiert, wenn ich nicht dieses E-Piano gehabt hätte. So wie Geza Loso es kurzerhand in seinem Youtube Video vorgestellt hatte, hab ich es auch nicht ganz nachvollziehen können.
Da wäre ne kleine mündliche Erklärung vielleicht gar nicht so schlecht.

lg

Phineas
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  #32  
Alt 12.06.2017, 23:10
Monja Monja ist offline
 
Beiträge: 494
Standard AW: Klavier

Hä? Die Tasten sind doch einfach nur spiegelverkehrt angeordnet, oder wie? Also in den Videos von Gesa Loso sah es so aus. Dann kann ich doch denselben Fingersatz wie sonst nehmen, nur halt linken statt rechten Zeigefinger etc, oder denke ich grad falsch?

Ich hab bisher leider noch kein entsprechendes Instrument unter den Fingern gehabt, aber bei "Trockenübungen" (Einfach die Finger auf dem Tisch im richtigen Rhythmus aufsetzen, als ob man Tasten drückt) war links deutlich geschickter bei Melodieläufen.

Allerdings hat man bei Barockmusik eh oft auch mal Melodie auf der linken Hand oder es laufen quasi 4 Melodien parallel ab. Ich denke daher (auch durch den Chorgesang) irgendwie eher in Melodiestimmen und Begleitstimmen und die Finger drücken eben die Töne "die grad dran sind". So richtige Akkorde kann ich leider nicht am Keyboard, ich glaub wenn man dran gewöhnt ist, dass die linke Hand immer den kompletten Begleitakkord greift, ist die Umstellung echt noch mal komplexer.

Ach Mensch, das klingt so spannend, wie doof das mein ortsansässiges Musik Geschäft so gar keinen Bezug zu Linkshänder-Instrumenten hat!
__________________
Findefuchs 🦊
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  #33  
Alt 13.06.2017, 12:08
Phineas Phineas ist offline
 
Beiträge: 299
Standard AW: Klavier

Genau Monja, so ist es. Im Grunde muss dann die linke Hand mit den Fingersätzen genau das Gleiche machen wie die rechte. Aktuell ist das aber noch nicht ganz so leicht, wobei die linke sich hier wirklich leichter tut als die rechte. Ich übe jetzt schon zwei Tage an diesem Lied hier:

https://www.youtube.com/watch?v=qr_L38bwZhU

und mit der rechten Hand mache ich noch immer Fehler. Links ist noch nicht so schnell wie es sein könnte, aber schon fast fehlerlos. Das ist schon interessant.

lg

Phineas
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  #34  
Alt 13.06.2017, 14:09
Phineas Phineas ist offline
 
Beiträge: 299
Standard AW: Klavier

Huhu,

Hier gibts übrigens eine ganze Sparte zu dem Thema als linkshänder mit links spielen: Christopher Seed und Geza Loso werden auf dem Gebiet des Klavierspielens als Pioniere genannt.

Einfach unter "Musik" schauen. Da sind einige Bereiche vermerkt.

http://www.lefthander-consulting.org/

lg

Phineas
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  #35  
Alt 11.04.2018, 12:37
Phineas Phineas ist offline
 
Beiträge: 299
Standard AW: Klavier

Heyho,

ich dachte, ich bringe mal ein älteres Thema wieder hervor, aus aktuellem persönlichem Anlass. Und sorry, wenn es länger wird

Ich habe ja ein Linkshänder- E -Piano zu Hause (bzw. man kann es zwischen RH- und LH hin und her wechseln, wofür nur ein paar Knopfdrucke genügen). Bis vor zwei Monaten etwa nahm ich Keyboardunterricht bei einer sehr guten Keyboardlehrerin (natürlich rechtshändig). Und weil ich schon genug beschäftigt war, das rechtshändige Notenlesen zu meistern, habe ich das linkshändige Spielen erst mal vernachlässigt. Jetzt haben sich die Dinge so entwickelt, dass meine für mich perfekte Keyboardlehrerin leider ihre Musikschule aufgeben musste und ich wieder da stand ohne eine(n) Lehrer. Ich wollte aber unbedingt weiter Keyboard / Klavierunterricht nehmen. Meine ehemalige Keyboardlehrerin empfahl mir auch eine Lehrerin, zu der sie selbst geht, um Violine zu lernen. Ich war von dieser Idee sofort begeistert und machte einen Probetermin aus. Ich freute mich so dermaßen auf die Stunde, dass ich es kaum abwarten konnte. Natürlich wäre der Unterricht durchweg auf RH-Klaviere ausgelegt gewesen, sodass ich das E-Piano auch dann nicht weiter zum linkshändigen Spielen genutzt hätte.

Nun hat sich die erste Stunde aber so gar nicht gut angefühlt. Ich brachte ein Notenheft mit "Filmmusikliedern" mit. Bin mit meiner ehemaligen Lehrerin beim Soundtrack von "Cider House Rules" zu deutsch der Film: "Gottes Werk und Teufels Beitrag" mit Tobey Maguire stehen geblieben und wollte dieses Stück gerne mit der neuen Lehrerin fortführen. Doch: Die Lehrerin - total nett und absolut geduldig -sagte dauerd so Sachen, wie, ich müsste mehr mit Gefühl spielen, nicht so viel nachdenken, die linke Hand müsste viel leiser spielen, die rechte Hand sollte vorangig gehört werden ... etc. Sie schmiss sämtliche Fingersatzwechsel über den Haufen, die ich gemeinsam mit meiner ehemaligen Keyboardlehrerin erarbeitet habe, und schrieb neue Fingersatzwechsel hinein. Und besonders getroffen hatte mich, dass sie mich, nachdem, was sie gehört hatte, auf "Unterstufenniveau" einschätzt. Nichts von dem, was sie sagte, klang respektlos, lediglich bewertend. Und das musste sie ja letztlich auch. Dann sagte sie mir, dass es sehr schöne klassische Lieder gebe, mit denen man dieses gefühlvolle Spielen üben könnte. Ich dachte mir dabei nur: "Oh weh, wenn ich Stücke spielen soll, die mir nicht so gefallen, dann übe ich niemals so konsequent wie ich es tun sollte." Um es auf den Punkt zu bringen: Die Stunde, auf die ich mich so sehr gefreut hatte, brachte in mir sämtliche Gefühle durcheinander. Etwas in mir sage: "das willst du versuchen." Etwas anderes in mir sagte: "das willst du dir auf gar keinen Fall antun" und dann fragte sie nach einem weiteren Termin, wenn ich es denn möchte, und ich hörte mich sagen: "Okay". Wir machten einen Termin aus und ich ging anschließend nach Hause. Schon beim Hinausgehen fragte ich mich, ob die Entscheidung eine gute war.

Obwohl die Lehrerin wie gesagt alles respektvoll und geduldig und total verständnisvoll sagte, fühlte ich mich im Anschluss total komisch /schlecht / falsch eingeschätzt. Meine jahrzehntelange Erfahrung mit dem Keyboardspielen schien nichts gebracht zu haben.

Beinahe wäre ich zu meinem ersten (kostenpflichtigen) Termin gegangen, der eine Woche später angesetzt war. Da sie sagte, dass die Kündigung immer zweimal im Jahr möglich wäre, nahm ich mir vor, dem ganzen ein halbes Jahr ne Chance zu geben und schon mal gleich zu kündigen, damit ich in einem halben Jahr besser einschätzen kann, ob das was für mich ist. Manchmal - so dachte ich - ist der erste Eindruck nicht der aussagekräftigste. Außerdem hatte sie wahrscheinlich recht, dass meinem Spiel das Gefühl fehlte. Vielleicht könnte ich bei ihr ja was dazu lernen. Ich setzte mir also das Ziel: wenn ich in diesem halben Jahr NICHT nach Gefühl spielen kann, also so wie sie es von mir erwartete, dann würde ich nicht mehr verlängern.

Nun ergab sich aber privat bei ihr etwas, weswegen sie den Termin absagen musste und drei Wochen keinen neuen machen konnte. Ich war irgendwie erleichtert und blieb bei meinem Ziel, den Unterricht zu besuchen. Doch einen Tag bevor ich anrufen sollte, um unseren ersten Termin auszumachen, entschied ich mich gegen den Unterricht. Seltsamerweise an diesem Tag setzte ich mich zum ersten Mal wieder an mein Epiano und übte links herum The Cider House Rules. Natürlich ist das Spielen anstrengend, aber ich merkte da folgendes:

ich spürte, dass ich es stets nur mit Gefühl spielen konnte. Das, was ich auf dem RH Keyboard höchstens mit Mühe schaffe, gelingt mir wie von selbst, wenn die linke Hand die Führungshand ist. Das ist mir bisher noch nie so bewusst gewesen. Sämtliche Aussagen der neuen Keyboardlehrerin, wonach mir es am "Gefühl" beim Spielen mangele, wurden widerlegt, sobald ich linksherum Klavier spielte. Es war unglaublich. Ich kann gar nicht anders als gefühlvoll spielen. Ich kann das nicht "logisch" erklären. Keine Ahnung, ob ich die Tasten einfach anders anschlage oder woran es liegt, aber stets fühlt es sich gefühlvoll an. Das ist ähnlich wie beim linkshändigen Schreiben.
Diese Erfahrung bestätigte mir,dass ich richtig entscheide, nicht zu dem Unterricht zu gehen. Aber es ist auch etwas schade, weil mir oft die Disziplin fehlt, mit dem Notenlesen weiter zu machen. Schade, dass es in meiner Umgebung keinen Geza Loso gibt, der LH-Klavierunterricht geben könnte.

Ich kann nun Marina Neumanns vorangegangenen Post bestätigen:

Zitat:
Zitat von Marina Neumann
Im Grunde ist es egal, welches Instrument man spielt, der musikalische Ausdruck gelingt nur mit der domnantenen Hand.
Und das ist es, was mir mit dem linkshändigen Spielen auffällt. Ich habe sogar bewusst dasselbe Stück nochmal mit rechts gespielt, aber ich spüre da viel weniger (oder sogar gar kein Gefühl) als wenn ich es linksdominant spiele.

Ich spiele nun schon ca 30 Jahre RH-Keyboard. Die Umstellung auf ein LH-Klavier ist zwar gar nicht so leicht, aber die veränderte Gefühlswahrnehmung ist tatsächlich vergleichbar mit dem Schreibhandwechsel. Zumindest in meinem Fall. Ich habe es gestern gar nicht glauben können, so fasziniert war ich von dieser Gefühlswahrnehmung. Und mir ist außerdem bewusst geworden: mit dem Linkshänderklavier wird Pionierarbeit geleistet. Vor noch einem Jahr hätte ich gesagt: "Ja und, man spielt doch beim klavier sowieso immer mit zwei Händen, wozu dann ein LH-Klavier / Keyboard?" Ich konnte diese Frage mir bis gestern nicht beantworten. Doch jetzt erkenne ich: es macht einen wesentlichen Unterschied, ob die dominante oder die nichtdominante Hand den "Ton" angibt. Und obwohl ich mich nun gegen den Unterricht mit besagter Lehrerin entschieden habe, hat sie mich letztlich dazu gebracht, es mal wieder auf dem E-Piano zu versuchen und "mein Gefühl" wiederzuentdecken. Total schön.

Wollte euch das nur mal mitteilen.

liebe Grüßle

Phineas
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