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Forum für Linkshänder  - Das  Linkshänderforum  
  #21  
Alt 20.05.2017, 19:34
Klas Klas ist offline
 
Beiträge: 48
Standard AW: Schreibphobie durch Umschulung?

Hallo
Habe hier nun wirklich schon lange nichts mehr geschrieben, ich war auch seeehr mit mir selber und meinem Umfeld beschäftigt, und mit den Folgen die daraus resultieren, wenn ein Linkshänder mit der Rechten Hand das Schreiben lernt.
Es ist immer wieder schön in diesem Forum zu lesen und zu sehen wie hier die Menschen einen besseren Zugang zu sich selbst und zu den eigenen Gefühlen bekommen. Mir ist dieses Thema ULH und die Auswirkungen die es mit sich bringt, vor gut einem Jahr wirklich erst bewusst geworden. Vor einem Jahr habe ich auch das Buch von Frau Dr. Barbara Sattler gelesen habe. Ich bin so froh drüber das ich es gelesen habe, eine Wende in meinem Leben. Nun aber zur Umschulung und zum Schreiben mit Links. Das habe ich bisher vermieden, nur ab und zu mal ausprobiert, um mehr über mich zu erfahren, wie es sich anfühlt, wo die Unterschiede liegen. Mit dem spiegelschriftlichem Schreiben konnte ich mich sofort anfreunden, das ging sofort leicht von der Hand.Das machte Spaß und mit verblüffen stellte ich fest, wie schön sauber und harmonisch das Schriftbild aussah. Im Alltag brauche ich so gut wie gar nichts mehr Handschriftlich niederschreiben. Davon geht also bei mir so gut wie keine Belastung aus. Ich konnte mich bisher auch nicht damit anfreunden, eine Schrift die für Rechtshänder gemacht, mit meiner linken Hand zu benutzen (ausgenommen Spiegelschrift). Die Bewegung ist dann ja eigentlich falsch ,ich hoffe ihr versteht was ich meine. Ich denke im Zukunft werden die Menschen auch immer weniger Handschrift benutzen. Wenn ich mir die Entwicklung der Technik so anschaue, oder wie es bei meinen Kindern so ist.
(((Oh, ich muß jetzt mal eine Pause einlegen, Tinte ist alle :-) natürlich nicht nur das Akku muss aufgeladen werden. Ich mäh dann mal schnell den Rasen..... ...so eine Stunde später und natürlich den Gedanken verloren den ich hier niederschreiben wollte. Ja verloren ist er wohl nicht, bin gedanklich natürlich schon eine Stunde weiter. )))
Zum Thema Umschulung.
Ich denke bei mir hat es auch so eine Art Umschulung in diesem einem Jahr gegeben. Dadurch, das ich mich doch intensiv mit der Problematik beschäftigt habe, hat sich in mir schon so einiges verändert. Ich habe nun auch öfters, wie hier beschrieben wurde, so ein Flow Gefühl. Ich habe stärkeren Kontakt zu meinen Gefühlen. Die Kreativität ist bei mir gestiegen. Beim Zeichnen, Gitarre spielen, im Kontakt mit anderen Menschen. Auch körperlich stelle ich Veränderungen fest. Innere Verspannungen haben sich gelöst. Die Zähne beiße ich nicht mehr zusammen, Atmung ist nicht mehr verkrampft, der Blick hat sich geweitet. Dieses hat sich bei mir ergeben, obwohl ich noch gar nicht mit der linken Hand begonnen habe zu schreiben. Soll aber nicht heißen das ich das schreiben mit der linken Hand ablehne. Aus Neugier bin ich auch damit vor ca. einem Monat angefangen. Aber eher ganz langsam. Es soll sich alles ganz leicht anfühlen. Ich kann die Warnung von Frau Sattler bezüglich der Umschulung schon ein wenig verstehen. Ich sehe mich da jetzt nicht so sehr gefährdet, das hat auch mit meiner Biographie zu tun. Ich wurde im Elternhaus so geliebt und angenommen wie ich bin, trotz schlechter Leistungen in der Schule... Aber die Gefahr sehe ich schon mit gesteigertem Ehrgeiz die negativen Folgen der US wieder schnell beseitigen zu wollen. Ich denke viele haben es geschafft ihre Lern Defizite durch übersteigerte Leistung und Ehrgeiz auszugleichen. Wenn man sich in so einem Modus immer noch befindet und einen übersteigerten Ehrgeiz bei der RS entwickelt, könnte es schwierig werden denke ich. Es hat doch viel mit Selbstwertgefühl zu tun. Macht man sich eher klein oder hat man ein übersteigertes Selbstwertgefühl. Schwierig die Mitte zu finden als UL. Ich befinde mich diesbezüglich jetzt auf dem richtigen Weg denke ich. Ich fühle mich nun viel Selbstbewusster, dies im wahrsten Sinne des Wortes. Sich selbst bewusster wahrzunehmen und einen schnelleren Zugang zu seinen Gefühlen zu bekommen.Mit dem Spiegelrichtigen schreiben mit der linken Hand , fange ich gerade an ich bin einfach gespannt was sich dort noch ergibt.
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  #22  
Alt 21.05.2017, 18:33
Becca Becca ist offline
 
Beiträge: 66
Standard AW: Schreibphobie durch Umschulung?

Wenn man eine Rückschulung so ehrgeizig angeht, wie Klas beschreibt, dann denke ich auch, dass man sich sehr schnell überfordert fühlt und man das Gefühl hat, etwas läuft schief, wie auch Monja beschrieben hat.

Ein anderer Grund, warum man eine angefangene Rückschulung abbricht sind sicherlich Umstände, vor allem natürlich Druck von Menschen im Umfeld, die keine Veränderung sehen wollen.

Ich hatte das Glück, nach der Schule ein Auslandspraktikum zu machen, wo es kaum etwas zu schreiben gab. Davor und auch danach zuhause hatte ich kranheitsbedingt auch keine Verpflichtungen. Trotzdem war ich in einer sehr stressigen Situation, familienbedingt. Aber ich wollte nicht warten, bis alles krisenlos ist, bevor ich die Rückschulung startete - denn ich wusste, es würde nie besser werden.

Natürlich ist es nun besser geworden, sehr viel besser sogar, aber ich bin mir 100% sicher, dass das nur durch die Rückschulung möglich geworden ist. Ohne diese... kaum auszudenken, wo ich dann stünde. Ich glaube, dann wäre ich gar nicht mehr am Leben, denn ich hätte mit allem nicht umgehen können, und jeder Strich mit rechts hätte mich noch weiter in die Misere befördert...

(PS: Warum verschwindet mein Beitrag aus dem Antwortfeld, wenn ich auf Vorschau klicke? Ist das bei euch auch so?)
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  #23  
Alt 26.05.2017, 13:11
Leo Leo ist offline
 
Beiträge: 25
Standard AW: Schreibphobie durch Umschulung?

Nun bin ich also auch offiziell umgeschult linkshändig unterwegs, womit sich ein neuer Fragenkatalog auftut. Schreiben und zeichnen mach ich ja nun schon seit mehreren Jahren beschwerdefrei mit links, wenn auch nicht perfekt. Dennoch habe ich viele Symptome, die offenbar mit einer Umschulung einher gehen *können*: ADS-Symptome, Schwierigkeiten bei der Reizverarbeitung, Konzentrationsschwierigkeiten, Probleme, Informationen zu filtern, Überforderung, Erschöpfung, geistig lahm, Denkprobleme etc. Meine Schwierigkeiten im Studium hatte ich ja bereits erwähnt. Dies alles passt nicht so wirklich mit meinen teils erbrachten Leistungen zusammen und auch nicht damit, dass ich als Kleinkind scheinbar sehr wach und beobachtend war (oder kann sich das so krass ins Gegenteil verkehren?). Können sich diese Symptome durch eine systematischere Rückschulung noch verbessern oder hat das doch eher andere Ursachen? Z.B. ADS oder vielleicht bin ich ja doch einfach chronisch langsamer/dümmer als andere und sollte mir weniger zumuten bzw mir eine Tätigkeit suchen, die meinem real (nicht) vorhandenem Potential entspricht?

Und wie erkläre ich das meiner Uni, zumal das Problem der umgeschulten Linkshändigkeit ja kaum bekannt ist und ich auch nicht weiß, ob meine Probleme wirklich damit zusammenhängen? Einen Studenten, der so wenig Potential diagnostiziert bekommen hat würde ich wohl auch nicht haben wollen
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  #24  
Alt 27.05.2017, 13:10
Samuel167 Samuel167 ist offline
 
Beiträge: 55
Standard AW: Schreibphobie durch Umschulung?

Hallo Leo,

Zum Thema „Schreiben“:
meine Erfahrung ist die, dass man in jedem Stadium der Rückschulung an der
Verbesserung des eigenen Schriftbildes arbeiten kann, was nötig werden kann,
z. B. wenn man das Schreiben unsystematisch gelernt hat, zu schnell zur Schreib-schrift übergegangen ist oder aus der Übung kommt.
Ich kann heute bereits ganz passabel mit links schreiben.
Wenn ich merke, dass meine Schrift wackelig wird oder einzelne Buchstaben oder
Buchstabenverbindungen nicht mehr so richtig flutschen, übe ich diese gezielt.
Bei mir reicht es meistens aus, von den entsprechenden Zeichen 1 - 2 DIN A5-Zeilen
über 1 – 3 Wochen gezielt zu üben. Das kostet nicht viel Zeit und Mühe, die Auswirkungen auf das Schriftbild sind aber relativ schnell sichtbar.
Sehr geholfen hat mir persönlich auch die Druckschrift. Ich habe festgestellt,
dass sich durch das Erlernen der Druckschrift meine Schreibschrift erst richtig
entwickelt bzw. verbessert hat.

Zum Thema „ADS“:
Wenn Dich die ADS-Symptome stark belasten, könnte eine Alternative sein,
Dich auch in dieser Hinsicht mal testen und ggf. medikamentös behandeln zu
lassen. Ich würde dann allerdings gleich zu einem Spezialisten gehen, der sich
mit dem ADS des Erwachsenenalters auskennt. Und Du solltest Dich darauf
einstellen, dass die Händigkeitsproblematik dort kein Thema sein wird.
Auch solltest Du Dir bewusst sein, dass es in manchen Situationen nachteilig
sein kann, wenn die Diagnose erst einmal steht (z. B. Arbeitsvertrag, Abschluss
von bestimmten Versicherungen).
Ich würde auch nicht von vorneherein darauf schielen, dass sich die ADS-Symptome
durch die Rückschulung verbessern. Dies kann der Fall sein, muss aber nicht und
wenn es der Fall ist, dauert es meistens einige Zeit.

Dass ADSler in der Informationsverarbeitung häufig langsamer sind als Nicht-ADSler,
ist bekannt und gehört zu den Symptomen des ADS.
Das heißt aber nicht zwingend, dass sie dümmer oder weniger intelligent sind.
Es ist wie bei der ULH: Nicht die Intelligenz wird vermindert, sondern ihre
Manifestation ist gestört.
ADS-Symptome können sich im Laufe des Lebens verändern, z. B. umschlagen
von Hyperaktivität im Kindesalter in Antriebslosigkeit im Erwachsenenalter.
Manche ADSler sind tatsächlich auch weniger belastbar als nicht ADSler.
Andere (z. B. Politiker, Schauspieler, Musiker) sind in Hochleistungs-Berufen tätig.
Wie belastbar man tatsächlich ist, stellt sich manchmal erst in der Praxis heraus.
Es ist aber mit Sicherheit nicht verkehrt, sich im Vorfeld Gedanken zu machen,
ob es denn unbedingt ein Studium sein muss oder ob man nicht auch in einem
anderen Beruf glücklich werden kann, der dem eigenen Leistungsvermögen
Rechnung trägt. Ob es für Studenten mit ADS eine Art Nachteilsausgleich gibt,
weiß ich leider nicht.


Eine sehr gute und zugleich informative Seite zum Thema findest Du hier:

http://www.adhs-deutschland.de/Home.aspx
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  #25  
Alt 28.05.2017, 10:24
Samuel167 Samuel167 ist offline
 
Beiträge: 55
Standard AW: Schreibphobie durch Umschulung?

Hallo,

zum Thema ADHS und Studium bzw. Nachteilsausgleich habe ich noch
folgenden Beitrag im Netz gefunden:

http://www.adhspedia.de/wiki/ADHS_und_Studium
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  #26  
Alt 19.09.2017, 09:16
Leo Leo ist offline
 
Beiträge: 25
Standard AW: Schreibphobie durch Umschulung?

Ich melde mich mal wieder... die Ergotherapie zur Rückschulung ist glaube ich bei mir soweit beendet, ich soll in einem halben Jahr nochmal vorbeikommen. Versuche jetzt eben so viel es geht zu schreiben, aber ändert das wirklich was? Zugegeben habe ich gerade nicht wirklich einen Plan, wie ich mich am besten weiter fördere...

Ich hatte letztens eine Auseinandersetzung, die mich stark belastet hat. Dabei wurde mir gesagt, dass ich nicht auf Fragen antworte, keine Ahnung habe, was ich rede usw. Mein Psychotherapeut hat mir nun Ähnliches gesagt, dass ich immer ausweiche, um den Brei rede, alles was ich sage "relativ" ist und man mit 80% meiner Aussagen nichts anfangen kann (er hat dafür aber auch keine Erklärung). Freunde nun: du sagst gleichzeitig ja und nein. Usw. Allgemein fühle ich auch, dass ich mich nur sehr schwer entscheiden kann und allgemein sehr viel ungeordneten Salat in meinem Kopf habe und mir wohl auch irgendwie der Zugang zu meinem Kopf fehlt. Und ich fühle, dass dies sowohl meine sozialen Beziehungen als auch andere Aspekte meines Lebens belastet.

Kann dies auch durch die Umschulung kommen? Meine Mutter ist ja auch umgeschult und ihr Kommunikationsverhalten ist dem sehr sehr ähnlich. Und ehrlich gesagt nervt es mich an ihr auch (es macht eben jegliche Kommunikation sinnlos) und ich möchte so nicht sein, aber gleichzeitig fühle ich mich so krass machtlos und frustriert und habe keine Ahnung, ob und wie ich hieran arbeiten kann.

Und dann noch diese Aussagen meines Psychotherapeuten, dass ich mich gar nicht selber kennen würde und keine Ahnung habe, wer ich bin, was ich kann usw und das so auch rüberbringe... Irgendwie klingt das für mich auch wieder nach Linkshänder-Identitätskrise, aber ist es das auch wirklich?

Kann sich das auflösen, wenn ich meine linke Hand weiterhin und besser fördere? Wie lange würde das dauern bis man Veränderungen spürt etc? Fragen über Fragen und keine Antworten... Und dabei hatte ich bis vor Kurzem das Gefühl, dass ich mich endlich in die richtige Richtung bewege und meine Psychotherapie was bringt

(vielleicht eine positive Geschichte... mein Gehirn hat immer "genervt", wenn ich mit rechts getippt habe... habe jetzt mal ein paar Monate fast nichts getippt und wenn dann nur mit links und jetzt scheint es beidhändig normal zu funktionieren Aber für sowas hat eben auch niemand, nicht mal die Ergotherapeutin, eine Erklärung. Ich fühle mich wie als hätte ich einen Haufen Probleme, die nicht existieren können :/)
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  #27  
Alt 19.09.2017, 10:42
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 522
Standard AW: Schreibphobie durch Umschulung?

Lieber Leo,
Zitat:
Ich fühle mich wie als hätte ich einen Haufen Probleme, die nicht existieren können
Das ist ein Gefühl, dass ich so gut kenne! Seit Mitte der `90er mache ich Therapien, zum Teil ambulant, teilstationär, stationär. Dieser Therapeut oder Arzt sagt dieses, jener etwas anderes. Manchmal habe ich zu den Diagnosen, die mir gestellt wurden, von anderen "Hirnschraubern" gehört, dass es die ja gar nicht geben würde!
Ich habe mehr Pillen geschluckt, als in eine große Mülltonne passen, aber auf Dauer hat nur ein Neuroleptikum geholfen. Das aber auch nur, weil mir alles so komplett egal war, dass sich folgender Dialog ergeben hat:
Mein Exmann: "Wach auf, ich glaube, das Haus brennt!"
Ich: "Wo brennt es denn?"
Er: "Ich würde sagen, im vierten Stock"
Ich: "Weck' mich wieder, wenn's bis zum ersten Stock runter ist."
(Wir wohnten im Erdgeschoss. Ich konnte mich wirklich nicht aufrappeln und es schien auch nicht spannend zu sein, dass es im vierten Stock brannte. Und die Feuerwehr war kurz darauf da. Unsere Nachbarin hatte ein Geschirrhandtuch auf der heißen Herdplatte vergessen. Sie kam danach ins Altersheim, weil man entschieden hatte, sie könne nicht mehr allein leben. Nach diesem Ereignis reduzierte meine Ärztin die Dosis, aber dann hatte ich praktisch gar keine Wirkung mehr und das Medikament wurde abgesetzt.)
Jetzt, mit der Rückschulung, geht es mir immens viel besser. Zumindest ging es mir sehr viel besser, bis die Trauma- Erinnerungen hochgekommen sind, jetzt geht es mir wieder ziemlich schlecht, aber so einen Mist trägt ja nicht jeder mit sich herum.
Dass es mir psychisch (und auch physisch) viel besser ging, dauerte nicht lange. Ich habe im Februar angefangen, und praktisch sofort waren Regelschmerzen, Zwänge und Soziophobie Geschichte (10 Tage nach Beginn der Rückschulung habe ich schon ein Konzert besucht! Und es war großartig! Vor der Rückschulung konnte ich nicht einmal mehr Bus fahren!). Depressionen und so haben noch ein bisschen länger gedauert, aber im Mai habe ich mich großartig gefühlt. Auch meine Haarstruktur und meine Fingernägel haben sich geändert (das Haar wurde glatter in der Struktur, es trocknete schneller und brach seltener, Nägel rissen nicht mehr so ein und ich hatte keine Nietnägel). Im Juni wurde ich dann sehr unuhig und seit Juli sitze ich in Trauma- Erinnerungen.
Was die Kommunikation angeht: einerseits kommuniziert man ja auch mit sich selbst. Vielleicht ist es so, dass Du Dich wirklich selbst nicht kennst, weil Du noch nie mit Dir Kontakt aufgenommen hast? Gibt es etwas, womit Du Dich ausdrückst, Schreiben, Malen, Tanzen, ein Musikinstrument...? Wenn Du Dich selbst nicht kennst, solltest Du Dich vielleicht kennenlernen. Sozusagen Dich mit Dir selbst verabreden und feststellen, wer Du eigentlich bist?
Und dann denke ich auch, dass Kommunikation nicht nur "biologisch bedingt" ist, so sehr sie das auch sein mag. Einerseits ist das "um den heißen Brei herumreden" sicher eine Sache der ULH (das hat sich bei mir im Laufe des Mai gegeben, aber schon vorher habe ich mit meinem Mann sehr daran arbeiten müssen, weil mein Selbstwertgefühl so mies war, dass ich mich nicht getraut habe, einen Vorschlag zu machen oder ihm gegenüber irgendetwas anderes vorzubringen als Zustimmung. Das hat ihn eher genervt. Wir haben uns lange mit der Problematik auseinander gesetzt, sind aber auch eine sehr kommunikative Beziehung), das habe ich schon einige Male gelesen. Und auch andere Problematiken (bei mir das miserable Selbstwertgefühl) haken da rein.
Andererseits ist Kommunikation ja nichts, was man für sich selbst entdeckt, sie entsteht in der Beziehung zu anderen Menschen und man lernt Kommunikation auch, gerade von den Eltern. Die Teile, die einen stören, muss man wieder "verlernen" und andere Arten von Kommunikation lernen.
Mir hat dabei wirklich ein Pen und Paper RPG (ich habe mehrere gespielt, Call of cthulhu, Das schwarze Auge, endgültig hängengeblieben bin ich dann bei Dungeons & Dragons, 3. Edition (später 3.5)) gemacht. Gerade als Dungeon Master musste ich ganz viele verschiedene Leute spielen und eben verschiedene Kommunikationsstile anwenden. Dadurch habe die Kommunikation geübt. Sicher sind Fantasy- oder Horror- Rollenspiele nicht das Richtige für jeden, aber das Üben der Kommunikation ist wichtig.

Vielleicht beginnst Du damit, dass Du Dir Stellen aus Büchern vornimmst, in Deinem Falle gerade Stellen, wo jemand sehr entschlossen und mit Überzeugung spricht und machst ein "dramatic reading", liest es also, als würdest Du im Theater stehen. Vor allem der Dialog ist da wichtig. Wenn Du emulierst, wie jemand spricht, der voll und ganz von dem überzeugt ist, das er sagt, bekommst Du mehr ein Gefühl dafür, wie man dann spricht. Du wirst Dir erst einmal ziemlich bescheuert vorkommen (vor allem, wenn Du es, wie man es vorschlägt, aufnimmst, die meisten Leute hassen ihre Stimme, weil "vom Band" der Mithall im Schädel fehlt, sodass unsere eigene Stimme ziemlich doof klingt), aber Du machst das ja nicht für ein Publikum und das "alberne Gefühl" geht auch vorbei. Wenn Du ein bisschen daran gearbeitet hast (und Dich mit der Tatsache wohlfühlst, überhaupt eine Position zu vertreten), dann kannst Du Dir mal Sätze aussuchen, hinter denen DU selbst stehst. Selbst wenn es etwas ganz einfaches ist, was alle Menschen vertreten würden, aber einmal für sich selbst eine Meinung zu haben kann ganz schön erschöpfen. Dann kannst Du entweder Selbstgespräche führen (sie sind kein Zeichen von Verrücktheit, sondern von besser geordneten Gedanken, hat man vor ein paar Jahren mal herausgefunden und in der Zeit der iPhones fällt man ja auch gar nicht mehr auf) oder Du suchst Dir jemanden, mit dem Du gut und oft kommunizieren kannst, ein guter Freund zum Beispiel (ich hatte Glück, ich habe meinen besten Freund geheiratet). Sieh Kommunikation wie einen Sport oder so: man muss erst trainieren, ehe man es kann.
Und entschuldige die Wand aus Text.
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