Google



home

Forumregeln

Buchempfehlungen

bekannte und berühmte Linkshänder

Seite für LinkshänderInnenn

Die Rückschulungsseite Marina Neumann

Händigkeitsberatung Judith Bremer

häufig gestellte Fragen

Linkshänderberater

Termine, Veranstaltungen

Merkblätter, Flyer

Links für Linkshänder

Impressum
Datenschutz

Kontakt, Fragen



Forum für Linkshänder  - Das  Linkshänderforum  
  #11  
Alt 22.03.2017, 05:51
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 477
Standard AW: Das sagte die Therapeutin zur Rückschulung

Zitat:
... vielleicht ist es schwerer für Leute, die ihre Klienten ja selten im normalen Alltag erleben, sondern eher in Situationen, wo sie Hilfe brauchen. Könnte schon sein, dass das den Gesamteindruck verzerrt, denke ich.
Liebe Monja,
das tut es sicher. Ich glaube, vielen Leuten ist auch nicht so bewusst, wie der Beruf auch unser Denken beeinflusst. Man lernt, innerhalb seiner Schachtel zu denken, weswegen man sich unter Kollegen wohl auch verstanden fühlt: die machen das gleiche durch. Ein Abend unter lauter Chemiestudenten war da... lehrreich. Ich hatte auch einmal das Vergnügen, eine sehr energische Dame kennenzulernen, deren Mann Manager war. Als er in Rente ging, begann er, den Haushalt zu managen (Man fühlt sich an "Papa ante Portas" erinnert), bis sie sagte: "ich liebe dich, aber wenn du den Manager nicht gehen lässt, gehe ich!" Es ist dann wohl besser geworden, obwohl sie ihn noch öfter daran erinnern musste, dass er ja jetzt Privatperson sei.
Dann kommt noch der Druck dazu, unter dem alle Arbeitnehmer im Gesundheitsbereich stehen, vor allem in den letzten Jahren, da sich der "Produktivitätswahn" Kranken- und Altenpflegebereich durchgesetzt hat. Wenn man dann noch bedenkt, dass Leute, die eng mit psychisch Kranken zu tun haben sich ja auch distanzieren müssen (um ihre Professionalität zu wahren, aber auch, um nicht selbst durchzudrehen, es geht da ja zum Teil um Schicksale, die einem für Wochen Alpträume bescheren!), dann ist es sicher verständlich, warum man schnell mal nach der Diagnose "Symptom" greift. Das macht mir das Leben nicht einfacher, aber ich verstehe das. Ich wünschte es gäbe eine Möglichkeit, Gewissheit ins Leben zu bringen, aber vielleicht ist es ja meine "karmische Aufgabe", mit Unsicherheiten leben zu lernen. Der Buddhist würde ja sagen, dass die Welt sowieso nur Illusion ist, da bin ich theoretisch einen Schritt weiter an der Erkenntnis...
Werbung


Für angemeldete Mitglieder ist das Forum werbefrei
  #12  
Alt 22.03.2017, 09:50
Micha.el Micha.el ist offline
 
Beiträge: 780
Standard AW: Das sagte die Therapeutin zur Rückschulung

Hallo zusammen,

ich glaube, ich kann ganz gut nachvollziehen, was jetzt vor allem Rikka so durch den Kopf geht.
Leider kann ich auf dem Lap Top hier, auch noch mit Ubuntu als Betriebssystem (ohne in Word "vorschreiben/-denken zu können, --bin gerade ca. 3 bis 4000km von heimischen PC entfernt) noch schlechter per Computer kommunizieren, als sonst, --will aber nur kurz anmerken:

Wir, die wir uns entschlossen haben zurück zu schulen, müssen leider damit leben, letztendlich ziemlich a....alleine mit unserer RS zu sein.

Es muß ein großes Glück sein, wenn man eine/en RS-erfahrene/n Therapeuten quasi um die Ecke hat.
Dies wird wohl hierzulande (in Germanien) bisher kaum jemandem zuteil geworden sein, --bis auf wenige in z.B. Berlin.
Ich sehe da sogar etwas Positives. Wir sind eben somit einfach nur Pioniere.
Vllt. gibt es auch jemanden hier, die schon mal etwas von dem was Micha.el hier so ab und zu schreibt, gelesen haben und sogar Forenmitglied sind, und dann an Hand der Angaben oben rechts im Beitrag denken: Komisch, was ist denn das für einer, --der schult seit 2009 zurück, das ist ja schon eine ganze Grundschulzeit!

O.K. dann soll er/sie das denken. Ich kann dann nur entgegnen, dass jede/r von Sattler zertifizierte TherapeutIn, nachdem er/sie meine Lebensumstände wahrgenommen hätte, die
Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätte und gesagt hätte: Um Gottes Willen, der Micha.el soll alles mögliche machen, bloß nicht zurückschulen.

Hier zeigt sich mir eben einfach nur das gesamte Problem/Dilemma. Letztendlich gibt es niemanden, der einen RS'ler auf seinem Weg zurück, ---oder auch "endlich wirklich nach vorne" vollständig und in seiner Gänze verstehen kann, auch keine zertifizierten Berater, ---solche, die nicht selbst zurückgeschult haben schon gar nicht.

Trotzdem ist eine Begleitung sicher hilfreich, nur würde ich "sich nicht zurückgeschult habende Berater" schlichtweg ausschließen. Solche Therapeuten wissen einfach nicht wovon sie reden!!!!!

Den Eindruck mußte ich leider von von Rikkas Therapeutin haben, als ich das las, was Du Thread-Eingangs geschrieben hast.
Werbung


Für angemeldete Mitglieder ist das Forum werbefrei
  #13  
Alt 22.03.2017, 16:59
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 477
Standard AW: Das sagte die Therapeutin zur Rückschulung

Lieber Micha.el,
okay, das kann ich nachvollziehen: die ersten Schritte mit OpenSUSE waren auch nicht gerade einfach... Vom anständigen Linux-User bin ich noch meilenweit entfernt, aber meine Anwendungen laufen immerhin.
Hm, irgendwie zieht sich das Thema "ich gegen den Rest der Welt" ganz gut durch mein Leben, langsam bekomme ich das Gefühl, hier hat sich ein ganzes Rudel einsamer Wölfe zusammengefunden. Das freut mich auch sehr! Vielen Dank für Eure Hilfe und Offenheit!
Was ich kraus finde ist, dass ich auch auf englischsprachigen Seiten nichts zum Thema gefunden habe. Unter "Reschool" bin ich auf ein Projekt gestoßen, wo Erwachsene noch einmal im Schnelldurchlauf alle Klassen mitnehmen, um vielleicht auch Talente zu entdecken, die sie beim ersten Mal vernachlässigt hatten ("Mit 27 zurück in den Kindergarten"). Das war zwar auch interessant, aber nicht so ganz das, worauf ich mich eingestellt hatte. Sind wir sogar die Pioniere der Welt?
Ich erinnere mich an Dinge, die Du geschrieben hast und Du bist für mich ein echter Held! Mal sehen, wie lange ich brauche, ich muss mich als Mürbekeks ja ein bisschen mehr vorsehen als andere.
Der Mensch ist doch eben auch ein sehr individuelles Wesen, gerade psychisch, nicht wahr? Ob das für die Rechtshirner noch mehr gilt? Obwohl ich diese krause Theorie über die unterschiedliche Einstellung des Menschen (Rechtshänder: Kooperation, Linkshänder: Wettbewerb) nicht teile. Das mit dem: "10% der Menschheit sind LH, das war auch nie anders!" und "Linkshänder hatten es einfacher in gewalttätigen Kulturen!" ist für mich eher eine Behauptung (abgesehen davon, dass ich Probleme damit habe, eine ganze Kultur schlicht als "gewalttätig" zu bezeichnen... das klingt für mich eher nach kolonialzeitlichem: "Alles Barbaren!"). Aber der Unterschied (wertungsfrei!) im Denken von Rechts- und Linkshirnern wäre für mich sehr interessant. Aber ich habe noch nicht viel aussagekräftiges gefunden, außer diesen: "Ratio links, Intuition rechts", aber ich hoffe doch, dass ich mehr als nur ca. 50% des Mobiliars meines Oberstübchens verwende!
Ich glaube, Du hast vollkommen recht. Vielleicht gerade, weil wir uns diesbezüglich noch so weit am Anfang befinden. Es ist "in der Szene" noch nicht angekommen, dass Umschulungen/ Rückschulungen "voll das Ding" sind. Und bis dahin werden wir eher stiefmütterlich blühen müssen, es sei denn, man kennt jemanden mit eigener Erfahrung. Na, mal sehen, was mein Psychiater sagt.
Tja, wahrscheinlich befindet sich das Thema wirklich meilenweit außerhalb ihres Aufgabengebietes (und anscheinend auch Interessengebietes). Schade, ich hatte mir mehr erhofft, andererseits: als Linkshänderin kann ich mich besser in mich selbst einfühlen, bin stabiler und kreativ bin ich sowieso. Irgendwie werde ich das Boot schon schaukeln und Krisenintervention ist ja schnell erreichbar. Außerdem haben wir ja dieses tolle Forum, wo man von Leuten lernen kann, die schon ein paar Kilometer mehr auf dem Tacho haben, was das Thema Rückschulung angeht. Euch allen noch einmal vielen Lieben Dank! Ihr macht mir so viel Mut, das kann ich gar nicht ausdrücken! <3
Werbung


Für angemeldete Mitglieder ist das Forum werbefrei
  #14  
Alt 23.03.2017, 04:59
Micha.el Micha.el ist offline
 
Beiträge: 780
Standard AW: Das sagte die Therapeutin zur Rückschulung

Liebe Rikka,

ja, die manisch-krankhafte Datensammelwut von Microsoft und Co geht mir schon seit Jahrzehnten gehörig auf die Rassel, weil sie vor allem immens zeitintensiv ist und somit Milliarden von sog. Rechnern schon zum völligen Stillstand und auf den Elektronikschrotthaufen gebracht hat. Nur Bill Gates und seinen Freunden hat sie unermesslichen Reichtum verschafft, ----das muß irgendwie mit seiner Linkshändigkeit zusammenhängen, ---kann gar nicht anders sein.

Sich aber immer wieder mit neuen Softwarezeugs zu befassen, somit auch mit Linux-Systemen, empfinde ich allerdings nicht minder müßig. --Mag arrogant klingen, ist mir jetzt aber egal.

Ja, die Amis und auch Tommis (hat man früher zu den Engländern gesagt) haben irgendwie ein anderes Verhältnis zu LH, --jedenfalls zum Teil. Schließlich ist bei zumindest Letzteren ja im ach so wichtigen Straßenverkehr links ja richtig und rechts ziemlich falsch. Außerdem habe sie eine---, und als lange Zeit mit dieser arbeiten Müssender, erlaube ich mir diese Bemerkung---. doch erheblich simplere Sprache. --Kurzum, um kommunizieren zu können, müssen ULHs in USA, GB usw. ihre Hirne nicht so anstrengen wie unsereins. Schwer habe es englischsprachige ULHs allemal auch, eben nur nicht in diesem Maße. ---Vllt. auch weil sie oftmals mit der Druckbuchstabenschrift schreiben. ---Sind so meine Gedanken dazu.

Ich, --jetzt mal ganz persönlich, halte auch nicht so viel von der Verteilung von Emotionalität und Rationalität in unser aller (RH, LH, ULH, RS'ler usw.) Hirnen. Das erscheint mir auch eher antrainiert. Bis vor kurzem hoffte ich auch noch auf die PET-Scans, die ich ja bisher zumindest im Original auch nicht gesehen habe. Jedenfalls das, was da die Experten in Deutschland so von sich geben, ist dann doch eher desillusionierend gewesen. Soll heissen: Ist einfach noch viel zu unpräzise.

Um das ULH-Dilemma wirklich wissenschaftlich belegen zu können, müssen wir uns wohl noch ein paar Jahrzehnte gedulden.

--Und Ja, das Ich-Bewußtsein, also der Homo Sapiens der erkennt, dass er ein quasi separates, sterbliches Individuum ist, gibt's laut einiger Wissenschaftler in der Evolution ja erst seit lumpigen 10 bis 20.000 Jahren. In dieser Zeit haben sich ja auch die Schriftsprachen und auch das Heldentum entwickelt. --O.K, also sind wir Helden, --aber ich weiß halt nicht so recht, ob uns das was nützt.
Werbung


Für angemeldete Mitglieder ist das Forum werbefrei
  #15  
Alt 23.03.2017, 08:26
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 477
Standard AW: Das sagte die Therapeutin zur Rückschulung

Lieber Micha.el,
Von der Datenkrakigkeit mal ganz abgesehen: die ganzen Updates haben mein System irgendwann komplett lahmgelegt. Und wenn man kein Geld hat fällt die Entscheidung: "Neuen Computer kaufen oder Linux installieren" relativ leicht. Du meinst also, Bill Gates würde das Vorurteil des "linken Typs" bestätigen?
Wieso arrogant? Ich bin auch ein Anwendungsuser, da sehe ich keine Arroganz drin.
Den Begriff "Tommis" kannte ich. So jung bin ich ja auch nicht mehr... und noch dazu vun Dörpen...
Definitiv ist Englisch einfacher (was die Grammatik angeht, beim Wortschatz sieht die Sache anders aus, denke ich, es gibt bei genauerer Betrachtung unglaublich viele Synonyme -von AmE, Queensenglish und Aussitalk mal ganz abgesehen). So aus Jux und Dollerei bin ich beim Surfen mal auf eine Seite gestoßen, wo das US- Außenministerium Sprachen zum Lernen empfiehlt für Studenten, die eine Laufbahn außerhalb der USA anstreben. Sprachen sind da wegen ihrer Komplexität und ihrer Fremdartigkeit für amerikanische Muttersprachler in verschiedene Kategorien eingeteilt, und es ist angegeben, wie lange man brauchen sollte, um sich unter Muttersprachlern verständlich zu machen und einer Konversation folgen zu können. Alle germanischen und romanischen Sprachen waren in der einfachsten Kategorie, schon ihrer Nähe zum Englischen wegen. Die Ausnahme war Deutsch, wegen der Grammatik.
Hm, möglich wäre es natürlich, dass eine Vereinfachung von Sprache und Schrift zumindest eine gewisse Erleichterung bietet... Aber das Komplexe des Schreibens (die Koordination von extremen Ansprüchen an die Feinmotorik kombiniert mit Aktivitäten des Sprachzentrums um die Gedanken zu formulieren) bleibt sich ja gleich. Und auch in Englischsprachigen Ländern ist mit aller Gewalt umgeschult worden. www.anythinglefthanded.co.uk macht gerade eine Umfrage zum Erlebnis in den Schulen und das bisherige Ergebnis nennen sie erschreckend und wollen da auch tätig werden. Aber ich glaube, man macht sich nicht so viele Gedanken darum, wie man den Umschulungsprozess rückgängig machen kann. In den USA könnte ich mir vorstellen, dass es auch problematisch wäre, rückzuschulen, mit deren "hire and fire"- Mentalität.
Ja, es scheint mir auch sehr vereinfachend gesprochen, dass die Hirndominanz derartig das Denken auf die Schiene schicken soll. Obwohl ich zugleich auch davon überzeugt bin, dass sich das Denken von Rechts- und Linkshirnern unterscheidet (Wahrnehmungsfähigkeit vielleicht? Signalverarbeitung?), aber ich glaube, die Sache ist komplexer und subtiler als "kreative Chaoten= Linkshänder und routinierte Logiker= Rechtshänder. Ob das Hirn auf eine Persönlichkeit "getrimmt" werden kann, ist eine sehr spannende Überlegung!
Ich kann Dir nur zustimmen: die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen. Und da sie nicht ganz oben auf der Prioritätenliste steht und niemand das Geld in die Hand nehmen wird, um sie zu beschleunigen, wird es wohl noch eine Weile dauern.
Nun ja, schon unser Cousin, der Neandertaler, hatte ja ein Verständnis von der eigenen Sterblichkeit (Grabbeigaben): http://news.nationalgeographic.com/n...urials-graves/
Ganz abgesehen davon, dass z.B. Elefanten die Knochen anderer Elefanten als das zu erkennen scheinen, was sie sind: die Überreste eines Artgenossen und dass sie beim Anblick dieser auch Emotionen zeigen, lässt meiner Ansicht nach darauf schließen, dass das Wissen um die Sterblichkeit und die Individuation doch weit älter sind, als wir uns das üblicherweise denken.
Das ist ja die Crux: Das Zeitalter der Helden ist vorbei, uns geht es allen wie Prachetts Cohen... http://discworld.wikia.com/wiki/Cohen
  #16  
Alt 24.03.2017, 06:41
Micha.el Micha.el ist offline
 
Beiträge: 780
Standard AW: Das sagte die Therapeutin zur Rückschulung

Ja, wie, --Du bist Linux- Userin, --wie ich z.Zt.? . Das müßte sich viel mehr herumsprechen.

Ansonsten kann ich Dir auch nur im vollen Umfang zustimmen. An die lieben Elefanten habe ich gar nicht gedacht. Du hast recht, man hat vielen hochentwickelten Tieren viel zu wenig in Sachen Bewußtsein zugetraut. Bei den Elefanten fällt mir noch ein, dass sie nicht galoppieren können, wegen ihrer großen Masse. Sie bewegen sich bei ihrer normalerweise größten "motorischen Anstrengung", dem Laufen, wie der Mensch auch reichlich symmetrisch. Das erscheint mir wichtig. Wichtiger noch ist natürlich die Sprache, als motorisch komplexeste motorische Leistung, - für's Bewußtsein.

Wahrscheinlich ist der Mensch von der Hemisphärendominanz eher noch lateraler als die Elefanten und gerade die Balance oder besser die Harmonie zwischen den beiden Hirnhälften ist wohl der Punkt.

Ja, und die LH-Männer (Bill Gates) sind vermutlich, zumindest manche, mitunter reichlich gierig. Soll heissen, ---ich weiß, es stößt hier im Forum nicht unbedingt auf Gegenliebe---, ich glaube aber schon an geschlechtsspezifische nicht unbeträchtliche Unterschiede bei den Verhaltensmustern von ULHs, sogar solchen die nur so halb ULH sind, wie Gates, ---der schreibt ja links.

--Ach, verdammt, --kann bei dem kleinen Fenster hier wirklich nur ganz besch....... tippen, wo ich ja sowieso nur besc...... tippen kann.
Werbung


Für angemeldete Mitglieder ist das Forum werbefrei
  #17  
Alt 24.03.2017, 08:45
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 477
Standard AW: Das sagte die Therapeutin zur Rückschulung

Lieber Micha.el
Ja, ich verwende nur eine andere Distribution: OpenSUSE Leap 42.2 mit KDE (ich mag mein KDE) als grafischer Oberfläche. Für die Susi habe ich mich entschieden, weil KDE dort die übliche Oberfläche ist und Krita (Teil des KDE- Projektes) zum Paket gehörte. Krita habe ich auch schon unter Win verwendet. So einfach kommt man zu seiner Distri...
Und auch bei der Sprache hat sich ja schon einiges ergeben: Vielleicht verfügen Delfine über eine eigene, entwickelte Sprache und manche Menschenaffen haben Gebärdensprache gelernt: https://www.theatlantic.com/technolo...terson/402307/
Da hat er etwas sehr schönes gesagt: "I thought of all the radio and optical telescopes of the world perpetually aimed at the sky—scanning the heavens for the faintest glimmer of intelligent life. All this, while we are still so far from truly understanding the intelligent life here at home."
Elefanten sind ja nicht die einzigen Passgänger: Bei Saigas bin ich mir jetzt nicht so sicher, ich meine mich zu erinnern, dass sie die einzigen Antilopen sind, die im Passgang laufen, Kamele sind dafür berüchtigt ("Jetzt weiß ich, wieso man das Kamel das Schiff der Wüste nennt - weil man darauf seekrank wird", ist, glaube ich, aus "Asterix als Legionär") und fünfgängige Islandpferde haben Tölt und Pass als "Extragänge".
Über die Lateralität von Elefanten denke ich, dass die Verwendung des Rüssels als Hauptmanipulationsorgan einer Lateralität entgegenwirkt. Immerhin liegt "die starke Hand" von Elefanten mitten auf der Körperachse. Spannend fand ich, dass sogar marsupilame Säuger über Lateralität verfügen (Kängurus sind allerdings mehrheitlich LHs!), obgleich das Hirn anders aufgebaut ist (kein Balken) und Vögel haben ja sowieso ein ganz anders organisiertes Hirn (weswegen man sie lange für dumm gehalten hat, aber bei ihnen sind Neuronencluster ausgebildet anstatt eines gefurchten Neocortex, das macht ihre Hirne sogar weit effizienter), trotzdem haben Papageien eine eindeutige Bevorzugung eines Fußes gezeigt. Lateralität ist im Tierreich anscheinend nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Bei vielen Tieren ist es sogar geschlechtsspezifisch.

Das ist jetzt der Übergang zum Unterschied zwischen Mann und Frau. Ich bin voll und ganz davon überzeugt, dass es einen gehörigen Unterschied gibt. Immerhin sind unsere Oberstübchen anders gebaut (breiterer Balken bei Frauen, z.B.), das müsste sich auch auf das Denken auswirken. Beliebt ist diese Meinung nicht (weswegen ich nicht auf die von mir vermuteten Unterschiede eingehe, ich finde da meist wenig Gegenliebe, sowohl bei den Herren als auch bei den Damen), weil wir als Menschen immer sehr dazu neigen, zu werten. Anders muss immer heißen: besser oder schlechter. Die Fähigkeit zu sagen: Anders, aber auch ein Weg und gleichwertig liegt nicht in unserer Macht, scheint mir. Auch da wäre jetzt zu hinterfragen ob das eine Sache unserer Hirne ist oder eine Sache unserer (monotheistischen?) Kultur ist, aber das ist wieder der ewige Streit zwischen Nature and Nurture.

Wenn einer mit Links schreibt, kann er auch ULH sein? Auf jeden Fall könnte bei der "Gier" der Demosthenes- Effekt in vollem Effekt sein: reine Überkompensation auf kapitalistische Art und Weise. Eine gewisse Kontrollproblematik scheint sich bei Herrn Gates ja auch zu manifestieren, mit dieser Aussagen, was auf einem Computer mit seinem Betriebssystem passiert, müsse er auch wissen dürfen. Als wenn Faber jeden Liebesbrief lesen wollte, der mit seinen Füllern geschrieben wurde... Der Unterschied (ich habe mich leider noch nicht ausreichend damit befassen könnten) könnte vielleicht sein, dass weibliche Umschüler (vielleicht aufgrund des größeren Balkens?) gründlicher umschulen und dann ihre Intuition und ihr Selbstbewusstsein verlieren, männliche Umschüler neigen (vielleicht) mehr zum Demosthenes Effekt. Oder das hat mit unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen zu tun... Vielleicht sollte man mal eine Umfrage starten?

Ja, das Fenster zum schreiben ist wahrhaft winzig, aber das mag daran liegen, dass die Seite auch von Mobilgeräten aus abgerufen werden kann, und da wäre ein zu großes Fenster dann ein Problem.
Werbung


Für angemeldete Mitglieder ist das Forum werbefrei
  #18  
Alt 24.03.2017, 10:25
Micha.el Micha.el ist offline
 
Beiträge: 780
Standard AW: Das sagte die Therapeutin zur Rückschulung

Ach so, das fiel mir noch ein:
Also ich bin ganz gewiss kein Sprachgenie. Im Gegenteil. Als Pubertierender fing ich an zu stottern und wg. Englisch bin ich in der Quinta sitzen geblieben. Aber, wie gesagt, aberwitzigerweise wurde Englisch für mich zur Basis des Broterwerbs in den verschiedensten technischen Anstellungen und ich kann nur sage, --ja, was Begriffe angeht, gibt's wohl mehr bei der englischen Sprache, nur,---- diese Menschen sprechen bildhafter, soll wiederum heißen, dass sie zig Begriffe zusammensetzen und damit neue Bilder in der Sprache produzieren, --wie z.B. folgendes: rear axle brake system regulator, o.ä. Insofern, eben auch mit der wesentlich leichter zu artikulierenden Aussprache, haben die Amis und Tommis es als ULHs viel leichter als wir Germanen.

Das ist m.E. auch eine Hauptursache für das ULH-Dilemma. Ich darf das mal so provozierend hier von mir geben: Die doofen Deutschen machen den Amis ja fast alles nach, sogar in der Forschung, und wenn die sich um ULH nicht so sehr scheren, machen das die Deutschen auch nicht. ---Sehe ich echt so einfach.

Wenn Du oder irgendjemand anderes Interesse an US- Forschungsarbeiten zum Thema LH haben möchte, könnte ich allerdings schon einiges liefern. Fallon und Kushner haben mir da für mein jetzt neurologisch-english doch nicht so bedarftes Hirn und für meinen Geschmack schon zu viel geschickt, ---per mail. Ich müßte mich da tagelang reinarbeiten, um das alles verstehen zu können.

Wenn ich halt nur anfange mich damit zu befassen, komme ich leider auch immer wieder zu dem Punkt, wo die Leute auf der anderen Seite des großen Teichs nicht so recht wissen was Hidden Handedness ist. D. h. sie habe dann auch in fast allen Studien das blöde "Edinburgh Handedness Inventory" zu Grunde gelegt.
Da vergeht einem natürlich die Lust am weiter lesen. Das "verwäscht" jegliches Ergebnis!!!
Werbung


Für angemeldete Mitglieder ist das Forum werbefrei
  #19  
Alt 24.03.2017, 11:23
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 477
Standard AW: Das sagte die Therapeutin zur Rückschulung

Lieber Micha.el,
na, bei mir war es mit dem Englischen so eine Sache: zuerst habe ich es geliebt, dann "bröselte" ich, lange hatte ich immer nur Fünfer und das war dann einer der "hauptfachlichen" Gründe, warum ich dann auf die Realschule gegangen bin. Später habe ich ein Jahr in Kanada verbracht (mein Englisch hat sich auf der Realschule schnell erholt, innerhalb eines Jahres war ich wieder auf 2 und dann im "Kurs mit erhöhten Anforderungen)) und da lernt man die Sprache dann natürlich gründlich.
Na ja, ob nun rear brake regulation system oder Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmütze (damit kann man die Englischsprachige Welt echt schocken), das ist ja ähnlich. Aber ich meine Subtileres. Immer wieder suche ich nach einem Ausdruck, mir fällt aber ums Verrecken kein deutsches Wort ein, dass eine 100%ige Übersetzung wäre. "Quest" ist da so ein Dauerknaller... Am ehesten träfe wohl noch "Aventürie" zu, aber das ist im deutschen Wortschatz nun wirklich nicht gerade geläufig! Ich habe sonst gerade keine Beispiele parat, vielleicht noch: fog, mist, haze, brume, miasma... wir haben statt dessen sogar für fog und nebula das gleiche Wort: Nebel. (Gut, Dunst geht auch noch, Suppe würde ebenso gehen, aber dann wird es im Deutschen enger. Im englischen Thesaurus findet man weit mehr. Im Durchschnitt sind ja deutsche Ausgaben von Romanen länger (weil die Wörter im Durchschnitt mehr Buchstaben haben), Wörterbücher hingegen sind gleich oder die Englische Ausgabe hat mehr Seiten.
Ich glaube, das mit der Forschung ist vielfach auch eine Sache des Gesellschaftssystems. Ich bin da gestern auf eine Seite gestoßen, da haben sie geschrieben, dass man sich in den '50ern intensiv mit dem Problem der Händigkeit auseinander gesetzt haben, dass man damals auch aufgehört hat, den Kindern die Rechte aufzudrängen. Das geht konform mit einem Artikel über akademische Chancengleichheit in den USA (und auch hier, die sind uns ja einfach immer nur 20 Jahre voraus, aber wir folgen den Weg geflissentlich und vielleicht holen wir sogar noch auf): Damals war es der US- Regierung extrem wichtig, die intellektuellen Humanressourcen ausbeuten zu können, da man sich ja im Wettstreit mit der UdSSR befand. Man konnte es sich nicht leisten, auf einen potenziellen Wissenschaftler oder Astronauten zu verzichten, nur weil dessen Vater aus der Arbeiterklasse stammte (oder weil besagter Hochbegabter Linkshänder war). Seit Ende des kalten Krieges kann man solche Sachen eher wieder schleifen lassen (Bei uns fällt durch die Wiedervereinigung der Spruch: "geh' doch nach drüben, Du Kommunist!" ja auch weg. Wenn's damals schon Hartz IV gegeben hätte, wäre so mancher auch gegangen!). Tja, und da die Förderung der Erziehung nicht mehr unter den ersten Stellen in der Prioritätenliste steht, fällt auch die Händigkeitsforschung weg. Forschung muss ja heute Nützlich (Waffen) oder politisch ausbeutbar (Klimawandel) sein, sonst müssen sich die Leute rechtfertigen, warum sie dies oder das forschen. Wissen allein zahlt keine Zinsen...

Du bist in Kontakt mit Fallon und Kushner? Faszinierend! Klar, ich lese da gern was Händigkeitsforschung ist mein neuestes Steckenpferd! ich schicke Dir eine PM mit meiner Mailadresse.
Objektivität ist für Menschen praktisch nicht zu erreichen. Irgendwas ist immer, ich glaube, damit muss man sich abfinden. Wir sind nicht so logisch, wie wir es gern hätten und unsere Wahrnehmung ist emotional eingetrübt. Wichtig ist ja, dass überhaupt geforscht wird. Auf lange Sicht hin wird das Problem dann schon aufgelöst werden. Das Gerücht: "Linkshänder sterben früher" ist ja auch auf diese Art als Laborfehler entlarvt worden. Und immerhin: der Ausdruck "brain breaking" ist ja auch von drüben.
Werbung


Für angemeldete Mitglieder ist das Forum werbefrei
  #20  
Alt 24.03.2017, 19:19
Micha.el Micha.el ist offline
 
Beiträge: 780
Standard AW: Das sagte die Therapeutin zur Rückschulung

@ Rikka: Find ich toll, was Du so schreibst. Du gehst die RS analytisch an, --genauso ist's m.E. am Besten. Ich antworte dann per mail. Bitte gib mir etwas Zeit.</pre>
Thema geschlossen


Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Gespräch mit meiner Therapeutin AliBaba ULH, IRS Rückschulung / Umschulung 3 03.11.2004 10:02


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:23 Uhr.

Forenregeln       Impressum       Archiv     Nach oben

Powered by vBulletin® Version 3.6.8 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.

Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits