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  #1  
Alt 13.09.2017, 16:03
Iris1978 Iris1978 ist offline
 
Beiträge: 3
Ausrufezeichen Umschulung meiner 9-jährigen Tochter

Hallo,

wir stehen vor der Entscheidung Umschulung oder nicht und ich hoffe, Ihr könnt mir bei der Entscheidung helfen und Eure Erfahrungen mit mir teilen.

Zur Vorgeschichte:
Meine Tochter ist mit 11 Monaten gekrabbelt und mit 19 Monaten gelaufen. Sie wächst zweisprachig auf (Niederländisch/Deutsch). Mit zwei Jahren habe ich Linkshändigkeit vermutet, aber sie hat ständig gewechselt. Liebes, ruhiges Mädchen bis sie mit drei Jahren in den Kindergarten kam. Sie puzzelte nicht, malte und bastelte nicht. Sie weigerte jedes Angebot und wollte nur ihre Rollen spielen. Grob- und fein motorisch hintendran und lief oft irgendwo dagegen, aber mit den Augen war alles gut. Mit dem vierten Geburtstag konnte sie noch nichts malen und wusste auch nicht mit welcher Hand. Sie war ziemlich verzweifelt. Dann sind wir zur Ergotherapie gegangen, wo die Therapeutin eine visuelle Wahrnehmungsstörung bestätigt hat und sie positiv auf Linkshändigkeit getestet hat. Ein halbes Jahr lang versuchten wir mit der Ergotherapeutin sie in der Linkshändigkeit zu bestätigen, aber sie nahm zuhause immer öfter den Stift (und andere Sachen) mit rechts. Ich war aber froh, dass sie überhaupt anfing zu malen.
Dann haben wir Ergotherapeutin gewechselt. Mit ihr hat meine Tochter grob- und fein motorische Übungen gemacht, aber die Linkshändigkeit war kein Thema mehr. Spontanes Greifen hat sie aber immer noch mit Links gemacht. Ich tippte eher auf Probleme mit dem Kreuzen der Mittellinie und besprach das Thema mit der Ergotherapeutin und habe Übungen aus dem Internet gesucht.

Kurz vor der Einschulung haben wir dann mit Ergo aufgehört. Das erste Jahr in der Schule war dann ein Drama. Schreien beim Hausaufgaben machen, nicht konzentrieren können, Schwindelanfälle, Strukturlos, schreiben und lesen war sehr schwierig und rechnen war Horror. Sie traute sich nicht auf andere Kinder zu zu gehen, ließ sich bestechen, zuhause war ihr Verhalten auffällig. Wir haben sie dann in einer psychiatrischen Praxis testen lassen. Die Diagnosen waren (wieder) visuelle Wahrnehmungsstörung, Legasthenie, Dyskalkulie, emotionale Bindungsstörung, grob motorische Störung und Aufmerksamkeitsstörung.

Wir haben sie das erste Schuljahr wiederholen lassen und sie hat wöchentliche Rechentherapie und Konzentrationstraining bekommen. Die zwei Jahre darauf liefen dann ganz okay, aber mit Mühe und Frust. Blos nichts anderes als mit Puppen spielen - alles andere ist doof.

Vor drei Monaten hat sie dann ihren rechten Arm gebrochen. Vor vier Wochen kam die Schiene ab und seitdem macht sie alles - außer schreiben und Brot schmieren - mit links.

Vor zwei Wochen waren wir dann wieder das erste mal seit drei Jahren bei einer Ergotherapeutin, damit es dann mit rechts auch wieder klappt. Diese Ergotherapeutin (zufällig Linkshandberaterin) ist davon überzeugt, dass meine Tochter Linkshänderin ist und bestätigt die Tests von ihrer Kollegin, als sie vier Jahre alt war. Sie hat sie nochmal getestet und möchte meine Tochter jetzt umschulen. Ich weiß allerdings nicht, was für ein Fass man damit aufreißt - auch wenn sie Linkshänderin wäre. Kann man sie mit neun noch gut umschulen? Oder geht es eher nach hinten los? Waren all ihre "Baustellen" vielleicht Symptome von einer umgeschulten Linkshändigkeit? Was würde sich positiv für meine Tochter ändern?

Wer hat einen ähnlichen Fall und kann mir helfen?
Vielen lieben Dank.
Iris
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  #2  
Alt 13.09.2017, 16:55
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 470
Standard AW: Umschulung meiner 9-jährigen Tochter

Liebe Iris,
ich war 9 Jahre alt, als ich mich für eine Seite entschieden entschieden habe, leider die falsche, nämlich die rechte, weil die "Beidhändigkeit" für mich extreme Nachteile bedeutete.
Ich bin immer unter meinen Möglichkeiten geblieben, sowohl in meiner Persönlichkeit als auch in meiner intellektuellen Entwicklung. Mein durch Psychologen festgestellter IQ ist 118, aber ich habe es in zwei Anläufen nicht geschafft, das Abitur zu machen. Ich habe eine Ausbildung angefangen (und abgebrochen), die unter meinem Potenzial lag, erst nach einigen Therapien habe ich es endlich geschafft, eine Ausbildung abzuschließen.
Sozial war ich immer (und wohl auch nicht ganz untypisch für umgeschulte Linkshänder) ein Außenseiter, mit dem anderen Geschlecht (auch das ist wohl nicht ungewöhnlich) kam ich auch nicht gut zurande. Sehr oft bin ich in sozialen Situationen Opfer gewesen.
Dazu kommen noch die üblichen Probleme, insbesondere mit Konzentrationsstörungen, extremem Eskapismus, Umbeholfenheit und Legasthenie. Hausaufgaben habe ich auch ständig vergessen, Sachen verschusselt.
Vielleicht ist nicht alles darauf zurückzuführen, dass sich niemand um meine Händigkeit geschert hat, aber etliche Probleme hätte ich nicht gehabt, wenn man Nichtrechtshänder zu meiner Zeit besser gefördert hätte. Auch heute ist es wohl noch alles andere als ideal, aber zumindest besser als 1980. Ich habe selbst keine Kinder, aber soweit meine Geschichte...
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  #3  
Alt 14.09.2017, 09:11
Iris1978 Iris1978 ist offline
 
Beiträge: 3
Standard AW: Umschulung meiner 9-jährigen Tochter

Liebe Rikka,
schon mal vielen Dank für deine Geschichte. Es hilft mir bei unserem weiteren Weg.

Iris
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  #4  
Alt 14.09.2017, 09:36
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 470
Standard AW: Umschulung meiner 9-jährigen Tochter

Liebe Iris,
es freut mich, wenn ich Euch helfen konnte.
Eine kleine Überlegung meinerseits: Da Rechtshänder stärker lateralisiert sind als Nichtrechtshänder, ist meiner persönlichen Meinung nach bei einem starken Schwanken der Handbevorzugung (also nicht nur wenige Male die andere Hand zu nehmen, weil es praktischer ist, sondern ein ständiger Wechsel: ich habe mit beiden Händen schreiben gelernt, weil ich so oft wechselte und in der Vorschule sogar manchmal die Rechtshänderschere links benutzt) praktisch immer von einem Nichtrechtshänder ausgegangen werden muss.
Echte Beidhänder können wohl noch einige zusätzliche Probleme haben (genau kenne ich mich damit nicht aus, habe mich auch noch nicht damit beschäftigt, zumal Beidhänder aus dem folgende Grund sehr selten sind), da die Lateralisierung des Gehirns ein Vorteil, kein Nachteil ist. Man müsste darüber spekulieren, wie wenig lateralisierte Nichtrechtshänder (was dann ja Beidhänder wären) diese Probleme (sie könnten vielleicht auf sozialem Gebiet: Eskapismus, sich mit "normalen Dingen" nicht beschäftigen wollen liegen?) kompensieren könnten. Aber wie gesagt, davon habe ich überhaupt gar keine Ahnung und spekuliere nur in der Theorie und ich glaube, ich bin in meiner Verfolgung der Rechtshänder/ Nichtrechtshänder- Theorie hier im Forum auch nicht gerade repräsentativ.
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  #5  
Alt 14.09.2017, 11:23
Marina Neumann Marina Neumann ist offline
 
Beiträge: 1.573
Standard AW: Umschulung meiner 9-jährigen Tochter

Hallo Iris,
wie Du vielleicht schon aus dem Forum erfahren hast, schulen sich auch viele Erwachsene auf die linke Schreibhand zurück. Ich selber habe mich im Erwachsenenalter erfolgreich auf links umgestellt und inzwischen etliche Menschen, die über 60 Jahre alt sind, in dem Prozess begleitet.
Kinder im Alter Deiner Tochter stellen sich relativ leicht auf das Schreiben mit links um, aber natürlich auch nicht von heute auf morgen.
Die RS sollte möglichst professionell angeleitet und begleitet werden.
Deine Tochter sollte das Schreiben lernen mit links außerdem auch selber wollen.
Liebe Grüße von Marina Neumann
__________________
Dipl.-Psych. Marina Neumann
Psychologische Psychotherapeutin
www.linkerhand.de
Beratungsstelle für Linkshänder

Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
und
"Natürlich mit links - Schreiblernheft für Linkshänder"
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  #6  
Alt 14.09.2017, 16:11
Cathy77 Cathy77 ist offline
 
Beiträge: 76
Standard AW: Umschulung meiner 9-jährigen Tochter

Zweimal getestet, unabhängig voneinander - zweimal Linkshändigkeit bestätigt. Ich würde definitiv eine Rückschulung angehen - es kann sich nur positiv auswirken.

Ob jetzt alle Probleme deiner Tochter darauf zurückzuführen sind - weiss man nicht. Natürlich kann ein LH auch Wahrnehmungsstörungen oder Legasthenie haben.... Aber wenn es die Chance gibt, das alles positiv zu beeinflussen, deiner Tochter eine bessere Ausgangsbasis zu geben, um die übrigen Probleme mit mehr Energie bearbeiten zu können - warum sollte man diese Chance nicht ergreifen?

Meine Kleine ist mit 5 linkshändig getestet worden. Sie schwankte anfangs stark und konnte das gar nicht für sich annehmen, obwohl es eigentlich offensichtlich ist. Sie schämte sich - andere Kinder haben sie z.b. beim Essen gemassregelt - ganz schlimm fand sie das "Geübe" mit mir (Schwungübungen). Der Rückhalt von Erzieherseite ist semioptimal....
Auffällig finde ich, die Unausgeglichenheit, die emotionale Labilität, die ich tatsächlich an der Stärke des Rechtshandgebrauchs festmachen kann (meine Maus malt gerne, jeden Tag mehrere Bilder). Und genau das ist der Punkt wo ich meine Maus gepackt kriege - wenn sie ohne Grund ausrastet (selber nicht mal weiss was sie aufregt....) dann liegt es am Knoten im Kopf - und das will sie selber nicht, das belastet sie.... mittlerweile ist da ganz viel passiert und sie nimmt ihre Händigkeit immer mehr und selbstverständlich an.

Was sagt denn deine Tochter zu alledem? Die muss doch gerade schulisch auch enorm belastet sein...
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  #7  
Alt 17.09.2017, 20:07
Iris1978 Iris1978 ist offline
 
Beiträge: 3
Lächeln AW: Umschulung meiner 9-jährigen Tochter

Vielen lieben Dank für Eure Antworte!
Es ist in der Tat so, dass meine Tochter schulisch sehr belastet ist. Sie hatte in den letzten zwei Jahren eine liebe Lehrerin, die für Struktur und Motivation gesorgt hat. Sie hat eben in allen Fächern ihre Probleme; Motorisch, mit der Konzentration, Verständnis in Mathe fehlt..... Wir haben das nie in Zusammenhang mit einer evt. Linkshändigkeit in Betracht gezogen (obwohl wir wussten, dass sie "eigentlich" Linkshänderin ist), aber nachdem ich jetzt ins Thema eingestiegen bin, sieht es für mich so aus. Es ist sehr schade, dass die erste Ergotherapeutin ("Koryphäe in Linkshändigkeit") mir nicht gesagt hat, dass mein Kind sich unbewusst auf rechts geschult hat (das es sowas gibt!) und welche Folgen es haben könnte.

Ihre jetzige Ergotherapeutin hat mit meiner Tochter geredet und sie ist begeistert. Sie möchte gerne auf links zurückgeschult werden - auch wenn das 20 Minuten Training am Tag bedeutet. Ich hoffe sehr, dass sie das durchhält - ich will nicht mehr mit ihr streiten....
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  #8  
Alt 17.09.2017, 21:37
Rikka Rikka ist offline
 
Beiträge: 470
Standard AW: Umschulung meiner 9-jährigen Tochter

Liebe Iris,
das wird sicher auch nicht so ganz einfach, aber ich wünsche Euch allen das Beste! Viel Erfolg und es wäre schön, zu hören, wie sie sich entwickelt.
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