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  #1  
Alt 12.12.2016, 11:38
Markus
 
Beiträge: n/a
Standard Linkshänderumgewöhnung Kind

Hallo,
unsere 7-jährige Tochter besucht die 2te Klasse und ist anscheinend Linkshänder, schreibt aber mit Rechts, ohne dass wir sie hierzu angeleitet hätten. Vermutlich hat sie sich bei anderen Kindern abgesehen.
Nach dem Auftreten diverser Probleme haben wir auf Anraten einer Erzieherin eine entsprechende Testung vorgenommen, die die Linkshändigkeit bestätigt hat.

Folgende Probleme treten bei Ihr auf:
- Buchstaben, aber vor allem Zahlen werden ständig verkehrt herum geschrieben.
- Große Konzentrationsstörungen.
- Gerne und oft Rückzug in Traumwelten, wenn eigentlich Aufmerksamkeit erforderlich wäre, vor allem im Schulunterricht.
- Sehr langsames Arbeiten.
- Sie wird schnell ruhebedürftig, Interaktion mit vielen Kindern liegt ihr nicht, sie fokussiert sich eher auf Einzelne.
- Niedrige Frustrationstoleranz.
- Unterentwickelte grobmotorische Fähigkeiten, niedrige Körperspannung.
- Hinwendung zu jüngeren Kindern, augenscheinlich weil dort ihre Defizite Gleichaltrigen gegenüber weniger auffallen.

Die generellen kognitiven Fähigkeiten sind sehr gut. Eine entsprechende Testung bestätigt einen überdurchschnittlichen IQ, knapp unter der Hochbegabtenmarke.

Eine Umgewöhnung scheint unumgänglich. Das Problem, dass sich uns hierbei stellt ist der Zeitfaktor. Ich bin selbstständig mit 2 Geschäften und meine Frau darüber hinaus auch noch in Teilzeit berufstätig. Weiterhin bindet auch ihre ältere Schwester, die grade aufs Gymnasium gekommen ist und dort ihre eigenen Probleme hat, ebenfalls gewisse Zeit-Ressourcen von uns. Wir gehen unserer jüngeren jedoch einmal wöchentlich zur Ergo-Therapie (wegen der grobmotorischen Probleme), 1x wöchentlich zum Schwimmkurs und 1x wöchentlich zum Spielezirkus in einen Trampolinkurs. Meine Tante, inwzischen 60, also ihre Großtante, kommt darüber hinaus inzwischen 1x die Woche zum Linkshändertraining mit ihr zu uns. Sie hatte die gleiche Problematik, hat die Umgewöhnung allerdings erst mit über 50 vollzogen, was bei ihr gut funktioniert hat.

Der Rückstand der linken Hand auf die trainierte rechte Hand scheint bei unserer Tochter nun aber so groß, dass wir intensivere Bemühungen anstreben müssten, damit eine Umgewöhnung in absehbarer Zeit auch in die Praxis umgesetzt werden könnte. 1x die Woche reicht da nicht und wir kriegen im Alltagsstress nicht mehr viel nebenbei hin. Uns läuft da auch ein wenig die Zeit davon, da ihre schulischen Leistungen nicht besser werden und sie immer mehr den Anschluss verliert. Die wenig emphatische Klassenlehrerin scheint inzwischen dem Gedanken anzuhängen, sie nicht in die Dritte Klasse versetzen zu wollen, was ich aber für eine wenig sinnvolle Lösung halte.
Unsere Tochter ist ein sensibles, äußerst Phantasievolles, gutmütiges und im Grunde fröhliches Kind, aber wir merken ihr deutlich an, wie sehr sie diese Probleme belasten.

Hat jemand Ideen? Zur generellen Problematik? Oder wie man mit knappen Zeitrecourcen eine Umgewöhnung beschleunigen könnte? Für Anregungen wäre ich dankbar.

Grüße
Markus
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  #2  
Alt 12.12.2016, 15:36
Judith Bremer Judith Bremer ist offline
 
Beiträge: 156
Standard AW: Linkshänderumgewöhnung Kind

Hallo Markus,

vielleicht gibt es ja in Eurer Nähe jemand der/die Schreibkurse für linkshändige Kinder anbietet?
Hier in Schleswig- Holstein werden an vier verschieden Orten solche Kurse angeboten.

Diejenige, die die Testung bei Eurer Tochter durchgeführt hat, sollte Euch weiterhelfen können. Fragt dort einfach nach.

Genau zu diesem Thema habe ich vor 7 Jahren den Ratgeber "Einfach links schreiben" verfasst.
Ich kann die Lektüre nur empfehlen.

Weiterhin viel Erfolg und herzliche Grüße aus dem Norden
__________________
Judith Bremer Schleswig-Holstein, Kappeln
Diplompädagogin
tel./fax: 04642 - 924843
email: Kontakt@Judith-Bremer.de

www.Judith-Bremer.de


Autorin von: "Einfach links schreiben
"
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  #3  
Alt 12.12.2016, 22:00
Cathy77 Cathy77 ist offline
 
Beiträge: 40
Standard AW: Linkshänderumgewöhnung Kind

Ich würde die behandelnde Ergotherapeutin mit ins Boot holen. Die kann euch bestimmt Übungsmaterial geben.
Bald sind Weihnachtsferien, vielleicht könnt ihr die intensiver nutzen um zu üben. Und vielleicht setzt ihr einen Wochentermin für die Rückschulung anfangs auch aus?
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  #4  
Alt 12.12.2016, 23:15
Samuel167 Samuel167 ist offline
 
Beiträge: 16
Standard AW: Linkshänderumgewöhnung Kind

Hallo Markus,

Ich habe großes Verständnis für Ihre Situation, aber Ihre Tochter scheint mir ein sehr
"straffes" und durchorganisiertes Wochenpensum absolvieren zu müssen.

Wenn Ihre Tochter tatsächlich überdurchschnittlich begabt ist, wäre ich sehr zurückhaltend
damit, dies im Umfeld der Schule bzw. im Bekanntenkreis weiterzugeben, weil es den
Erfolgsdruck auf Ihre Tochter erhöhen wird.

Aber auch im Fall einer hohen Begabung benötigt Ihre Tochter mit Sicherheit ausreichend
Zeit, um die Umstellung auf links bewältigen zu können.
Wenn Sie ihr diese Zeit nicht geben, wird ihr Körper sie möglicherweise eines Tages
einfordern. (Ich spreche aus eigener Erfahrung.)

Das Wiederholen eines Schuljahres ist keine Katastrophe.
Die Zeitvorgaben der Rechtshänderwelt sind für manche Linkshänder schlichtweg nicht praktikabel.

Ich hoffe und wünsche Ihnen, dass Sie innerhalb Ihrer Familie die bestmögliche Lösung für Ihre Tochter finden werden.
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  #5  
Alt 13.12.2016, 11:02
Marina Neumann Marina Neumann ist offline
 
Beiträge: 1.487
Standard AW: Linkshänderumgewöhnung Kind

Eine Rückschulung auf die linke Hand im Alter von 7 Jahren ist nicht so schwer, wie es scheint. Wichtig ist nur, dass dieser Prozess angeleitet und begleitet wird, dass das Umlernen auf links Schritt für Schritt erfolgt und dass ein günstiger Termin für den Beginn der Schreibumstellung gewählt wird.
Die Lehrerin sollte diesen Prozess auch unterstützen oder zumindest tolerieren.
Liebe Grüße von Marina Neumann
__________________
Dipl.-Psych. Marina Neumann
Psychologische Psychotherapeutin
www.linkerhand.de
Beratungsstelle für Linkshänder

Autorin von: "Natürlich mit links - Zurück zur Linkshändigkeit - Befreiter leben mit der starken Hand"
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  #6  
Alt 24.12.2016, 18:34
ViktorS ViktorS ist offline
 
Beiträge: 63
Standard AW: Linkshänderumgewöhnung Kind

@Markus
Zunächst können Sie sich glücklich schätzen, dass die Erzieherin so aufmerksam war. Die Probleme ihrer Tochter hören sich nach den typischen Problemen von ULH an und sollten sich nach einer erfolgten Umschulung mildern oder komplett verschwinden. Der oben bereits gegebene Tipp, die vorhandene Ergotherapeutin einzubinden ist sicher angeraten. Die Grobmotorik ist vermutlich ebenfalls ein Symptom von ULH - wenn die Ergotherapeutin evtl. weiter die rechte Hand behandeln würde, wäre das ja auch kontraproduktiv.
Eine Begleitung durch einen Linkshänderberater wäre ebenfalls mehr als empfehlenswert, um die Sache zu planen und umzusetzen.
Es ist im auch nicht ungewöhnlich, dass sich besonders intelligente Kinder selbst umschulen - das ist sozusagen eine Anpassung an die Umwelt - ein Versuch "normal" zu sein und in der Rechtshänderwelt nicht aufzufallen oder auch Modelllernen.
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  #7  
Alt 11.01.2017, 14:22
Antonita Antonita ist offline
 
Beiträge: 15
Standard AW: Linkshänderumgewöhnung Kind

Hallo Markus,
als ich deinen Beitrag lies konnte ich die ganze Zeit nur nicken.... Ich verstehe es vollkommen. Mein Sohn (auch 7J) hat immer schon mit li geschrieben, allerdings äußerte er letztens dass er auch schon mal mit re versucht, "weil alle das so machen".... Das brach mir fast das Herz. Jetzt möchte ich mit ihm zur LH Beratung gehen damit er selbst es vll. besser versteht was es mit seiner LH auf sich hat. Ansonsten, seltsamer Weise zeigt er auch folgende "Merkmale" obwohl er nicht umgelernt wurde
Zitat:
- Buchstaben, aber vor allem Zahlen werden ständig verkehrt herum geschrieben.
- Große Konzentrationsstörungen.
- Gerne und oft Rückzug in Traumwelten, wenn eigentlich Aufmerksamkeit erforderlich wäre, vor allem im Schulunterricht.
- Sehr langsames Arbeiten.
- Sie wird schnell ruhebedürftig, Interaktion mit vielen Kindern liegt ihr nicht, sie fokussiert sich eher auf Einzelne.
- Niedrige Frustrationstoleranz.
Wir haben nun sein Wochenpensum herunter gefahren... Mir klingt es auch ziemlich viel was ihr für eure geplant habt... Den Schwimmjkurs hatte wir auch letztes Jahr (Augen zu und durch 2x die Woche...) sind aber zum Glück jetzt damit fertig. Jetzt geht er nur noch 1x pro Woche zum Theaterkurs. (-viel bsser-)
Auch hatte ich die Befürchtung dass mein Sohn "neu Schreiben lernen muss", da er zwar mit li schreibt aber die Buchstabenanleitungen & die Schulhefte alle auf re ausgelegt waren und ich dachte er müsse jetzt alle Buchstaben neu lernen in Schreibschrift zu schreiben... das wollte ich ihm nicht aufbürden.

Wir werden nun eine LH Beratung machen, ich schaue ob ich evtl. was aufnehmen kann, was ich dann der Lehrerin zeigen kann, dass sie auch weiss wie er sich halten muss um ergonomisch gesund zu schreiben. Schlimmstenfalls muss ich in der Schule fragen ob die Lehere nicht nen Kurs/Weiterbildung/ irgendwas machen kann damit sie ihn auch besser anleiten kann.
Ich mache mir Sorgen um ihn und habe schon gedacht es hätte nicht geschadet ihn ein weiteres Jahr im Kindergarten zu halten, aber die Kids werden ja so auf die Schule gehypt, es hätte ihn nicht gefreut (milde ausgedrückt). Ihre Tochter ein Jahr zurückzuhalten (also in der 2. Klasse) kling bestimmt schrecklich, hat aber in diesem Fall NICHTS mit ihrem Wissensstand oder Intelligenz zu tun sonder gibt ihr einfach etwas mehrZeit sich zu finden... (m.E.). Aber wie erklärt man das den Lütten?! ... keine Ahnung, würde mir warscheinlich Hilfe bei der LH Beratung holen...

Liebe Grüße
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  #8  
Alt 11.01.2017, 18:27
Monja Monja ist offline
 
Beiträge: 288
Standard AW: Linkshänderumgewöhnung Kind

Mal ganz naiv gefragt: Kann sie denn vielleicht jetzt ein Jahr wiederholen, damit sie in Ruhe im linkshändigen Schreiben ankommen kann und später dann ein Schuljahr überspringen, falls sie im Unterricht dann unterfordert sein sollte?
Ich weiß leider nicht, ob das erstens schul rechtlich möglich ist und wie ihr zweitens der zweimalige Klassenwechsel bekommen würde. Kam mir nur als Idee.

Also wenn sie als umgeschulte bereits an der Hochbegabten-Grenze ist, dann ist sie es - sobald sie mit ihrer begabten Hand richtig vertraut ist - höchstwahrscheinlich wirklich. Seit ich mich mit diesen Themen intensiver auseinandersetze, bin ich schon mehreren Leuten begegnet, die sich als Kinder selbst umgeschult haben und hochbegabt sind - das kommt wohl häufiger vor. Ich hege den Verdacht, dass es mit einem gut ausgeprägten räumlichen Vorstellungsvermögen zusammenhängen könnte.
__________________
Lechts oder Rings
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  #9  
Alt 11.01.2017, 18:55
BarbaraS BarbaraS ist offline
 
Beiträge: 520
Standard AW: Linkshänderumgewöhnung Kind

Hallo Monja,

es dürfte wohl diverse HB geben, die sich selbst umgeschult haben. Viele wissen nichts davon, da die HB dafür sorgen kann, das die Probleme die andere Ulh haben, durch den flotten und flexiblen Geist kompensiert werden.

Ich denke, es hat nicht umbedingt mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen zu tun, sondern eher damit, dass die HB schneller und früher damit beschäftigt sind, andere nachzuahmen und sich selbst etwas zu erarbeiten und dabei oft Fertigkeiten abschauen, die noch nicht auf dem "Plan" stehen. Diverse HB haben sich schon vor der Schule selbst schreiben durch nachmachen älterer Geschwister, Eltern, Freunde beigebracht, ohne das jemand genau drauf geguckt hat oder irgendwas angeleitet hat. Das räumliche Vorstellungsvermögen kann hier natürlich dazu beitragen, sich selbst irgendwas nur nach optischer Vorlage zu verinnerlichen.

HB sind eben oft einfach schneller und haben dann eben keine Anleitung beim Lernen, sondern picken sich aus der meist RH Umgebung ihre Vorbilder raus.

Gruß
BarbaraS
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