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Alt 12.06.2018, 20:32
Tim Tim ist offline
 
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Standard AW: Juristische Verfahren bezüglich der Umerziehung

Bitte mal Ball flach halten.

Grundsätzlich ist Vorsatz erforderlich. Fahrlässigkeit wird nur bestraft, wenn das ausdrücklich im Gesetz steht.

Es gibt zwar § 229 StGB, nach dem fahrlässige Körperverletzung strafbar ist. Ob der aber auf § 225 StGB anwendbar ist, der sich auf die Misshandlung von Schutzbefohlenen bezieht, ist fraglich. Ad hoc meine ich: Nein, schon dem Wortlaut nach geht das nicht. Außerdem teleologisch und semantisch: Man kann nur mit Vorsatz jemanden misshandeln, nicht fahrlässig. Der Begriff "misshandeln" bezieht sich auf die Art und Weise der Handlung, die Körperverletzung hingegen ist die Folge einer Handlung. Um am Körper verletzt zu werden, braucht es keinen Vorsatz des Handelnden.

Dann sind da noch alle möglichen strafrechtlich relevanten Irrtümer (z. B. Verbotsirrtum), die eine Strafbarkeit ausschließen können. Die Frage der Beweisbarkeit, die auch Leslie aufwarf, ist ebenso relevant.

Schließlich bleibt immer die Frage: Warum soll jemand bestraft werden?
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