Vollst�ndige Version anzeigen : Statistiken zu Linksh�ndern
Hallo!
Erstmals liebe Gr��e aus Wien. Habe durch Zufall dieses Forum entdeckt und es freut mich sehr mit "Gleichgesinnten" zu schreiben.
Ich schreibe eine Diplomarbeit �ber linksh�ndige Kinder in der Grundschule und es fehlen mir noch Statistiken und �hnliches, wieviele Linksh�nder es gibt usw.....
Hat irgendwer einen Tipp wo ich sowas im Internet herbekommen k�nnte?
LG
MAria
als Gast B�rbel
29.01.2007, 20:57
Hallo Maria,
willkommen im Linksh�nder-Forum. Auf der Startseite dieses Linksh�nder-Forums findest Du einen Link zu interessanten Linksh�nderseiten.
Speziell zu Deiner Frage: Es gibt in M�nchen die Linksh�nderberatungsstelle von Frau Dr. Sattler. Dort wird man Dir wahrscheinlich die neuesten Zahlen nennen k�nnen. Die Webseite findest Du unter:
www.lefthander-consulting.org Linksh�nderberatungsstelle M�nchen
Von Frau Dr. Sattler gibt es au�erdem einige B�cher zum Thema Linksh�ndigkeit. Ich w�rde mich freuen, wenn Du etwas �ber Deine Doktorarbeit erz�hlen w�rdest.
Viele Gr��e aus Mettmann
B�rbel
Hallo Maria,
die Frage ist auch: Wie viele unerkannte und unter anderen Diagnosen wegen Auffälligkeit abgestempelte Linkshänder gibt es nämlich eigentlich? Und wie kriegt mensch das heraus?
Wirst du auch darauf eingehen, dass die Lehrmethodik bis dato ausschließlich auf Rechtshänder ausgerichtet ist, was heisst dass auch hier die kleinen Linksis, neben der ganz normalen alltäglichen Diskriminierung ihres So-Seins, aus dem Konzept gebracht werden?
Nämlich
1. durch die für sie unpassende Lehrmethodik, welche bspw. Lineardenker unterstützt, Mehrdimensionaldenker aber durch Störung des Denkflusses behindert (z.B. durch Reinreden der Lehrerinnen während des Strukturierungsprozesses),
2. die Unflexibilität der ("normalen") Grundschulen, von Kindern selbst kreativ entwickelte eigene Lernmethoden (Gestaltung etc.) zuzulassen (Zitat einer bayerischen Grundschullehrerin: "es ist jetzt keine Malstunde" bei Kind, das versucht die eigenen Aufzeichnungen farbig zu strukturieren, ohne dabei den Unterrichtsfluss zu stören)
3. durch von Zweidimensionaldenkern entwickelte Unterrichtsmaterialien tatsächlich so gestaltet sind, dass sie dreidimensional und in Zusammenhängen logisch Denkende mehr als häufig irreführen, somit dieses Kind weitaus mehr Anstrengung unternehmen muss oder aber gar in der Unlogik hängenbleibt, und so oft schlechtere Ergebnisse erzielt, während das "platt"-denkende dagegen besteht - für welches die Aufgabenstellungen ja extra so kreiert sind?
Das ist nur ein klitzekleiner Ausschnitt aus dem, was mir in den letzten Jahren über Grundschule in diesem Land (ich komme aus D) klar geworden ist. Als ehemals Trainerin aus dem Erwachsenenbereich, in dem der Lehrer selbst immer die meiste Bildungsherausforderung an sich selbst zu stellen hat, bin ich einfach nur entsetzt über das, was an Grundschulen unter vorgeblichem Bezug auf "neue, gehirngerechte" Lehrmethoden experimentell an den Kindern angewendet wird. Da schon lieber die gute alte, lineare aber klare Lehrform. Und nicht das, was entsetzlicherweise an manchen Schulen als modern verkauft und an den Kindern ausprobiert wird.
Wirst du also auch den derzeitigen Einsatz von Lehrmethodik untersuchen - und wie solche auf welche Gehirnhälften bzw. auf die von der jeweiligen Händigkeit abhängigen Kinder wirkt? (PS: Stelle mal Grundschul-Lehrerinnen diese Frage *lol*) Wirst du dir auch Praxis anschauen, und zwar nicht nur unter "Show-off-Bedingungen", wenn die Lehrerinnen ein gutes Bild nach aussen machen und die Kinder es nicht wagen zu sagen dass es nicht immer, eigentlich eher selten so ist (sh. Pisa-Untersuchungsbesuch in D)?
Das wäre wirklich toll und wünschenswert.
Liebe Grüsse nach Wien
Emily
PS: Ich schreibe LehrerINNEN, denn ich habe noch keine männlichen Exemplare der Gattung Grundschullehrkraft (ausser Reli-Lehrer) getroffen. Schade eigentlich.
Hallo Emily,
ich w�rde gern mal wissen, wie viele Zappelphilippe, Unaufmerksame, ADS-zwangsdiagnostizierte, ruhiggestellte "Verr�ckte" nur UHLs sind!
Ich hatte selbst zu k�mpfen mit dem Stempel "verr�ckt", wenn auch "nur" als Drohung, mir hats gereicht, und zwangsweise lebt man als fantasiebegabtes Kind dann nicht oder nicht konsequent genug seine Kreativit�t, sondern passt sich an - an was? An das "platte" Denken von Rechtsh�ndern! Woher soll man es als Kind auch wissen, woher selbst nehmen? Ermutigend sind auch Bemerkungen wie "die ist ja sooo..." oder "du bist sooo anders, ach warum denn ... (sei so wie ich/wir, dann bist du toll!)
Von denen - den anderen, wurde mir das Gef�hl vermittelt, ich sei anders, irgendwie nicht richtig. Damit muss man als sensibler Mensch erst mal fertig werden, und dann hei�t es wieder: du bist so ernst, so eigenbr�tlerisch. Man m�chte doch nur �berleben, das sei einem doch erlaubt? Darum geht es ja nicht. Man macht es ihnen nicht recht, man soll so sein wie sie, nur dann ist man richtig. (richtig/recht) Woher nehmen diese Leute dieses Selbstbewusstsein, diese Anma�ung? Entsteht sowas aus linearem Denken? Oder f�hlen sie sich bedroht von den Anders/fremdartigen, doch dann ist ihr Selbstbewusstsein nur zur Schau getragen.
Ich empfinde das 1+1 Denken auch als platt, flach. Es wirkt etwas billig, to simple, fadenscheinig.
F�r mehr Geschichten und Beispiele bin ich euch dankbar.
Lilo
Hallo Emily,
ich würde gern mal wissen, wie viele Zappelphilippe, Unaufmerksame, ADS-zwangsdiagnostizierte, ruhiggestellte "Verrückte" nur UHLs sind!"
Das habe ich auch schon so ausgesprochen. Ich nehme an, mehr als wir uns jetzt vorstellen können - ist aber meine ganz persönliche Einschätzung, die Gesellschaft hat durchaus noch ein paar andere Probleme, welche auch aus den Kindern heraussprudeln und sicher auch nicht so einfach zu handhaben sein werden.
"Woher nehmen diese Leute dieses Selbstbewusstsein, diese Anmaßung? Entsteht sowas aus linearem Denken? Oder fühlen sie sich bedroht von den Anders/fremdartigen, doch dann ist ihr Selbstbewusstsein nur zur Schau getragen."
Tja, auch das frage ich mich mehr als oft. Ich habe versucht, Ansätze in Richtung 1. Platt, wer nicht die Augen hebt kann eben nichts ausser am Boden gut sehen
2. das Wölfe-und-Luchs-Beispiel, das auch einmal in Dr. Sattlers Buch auftaucht
3. Dummheit eben, allgemein verbreitete
4. gemischt mit Ignoranz, Narzissmus und Autoritätenhörigkeit
weiter zu verfolgen. Alle zusammen geben etwas her.
Ich freu mich jedenfalls, wenn du in deiner Arbeit auf so einiges eingehen könntest.
Übrigens steht für 2007 bei der EU die "Bestandaufnahme der sozialen Wirklichkeit" auf dem Programm: http://ec.europa.eu/atwork/programmes/docs/clwp2007_de.pdf
dort sh S.16 Tabelle.
Vielleicht sollten LH sich einmal im Verbund zu Wort melden, betreffs UNSERER sozialen Wirklichkeit - welche gerade auch im Schulalter gesetzt wird? Ist doch anzuüberlegen ... ?
A Herzerl an Wien
Emily
Hi Emily,
bitte erkl�re mir kurz das W�lfe-und-Luchs-Beispiel - Danke!
Dummheit + Dreistigkeit = Dummdreistigkeit = eine der �belsten Mischungen, Menschen klein, abh�ngig und kaputt zu machen (1+1+1 Logik). Meist merken die "Handelnden" und sog. Autorit�ten dies nicht mal, sie sind von sich �berzeugt, und in andere k�nnen sie sich schlecht hinein versetzen.
In dem Zusammenhang: Von sich �berzeugt sein, scheint mir auch immer Dummheit zu beherbergen. Wenn man den Blick vom Boden oder der vorgegebenen/eingeschlagenen Richtung l�st und sich umschaut, den Blickwinkel erweitert, kann man irritiert werden, lernen oder zweifeln, die eigene �berzeugung hinterfragen. Da bleibt man aus Angst, man m�sste reflektieren, anderes anerkennen und sich wom�glich revidieren (wie schrecklich!), lieber mit dem Blick auf dem Acker.
Bezgl. Autorit�tenh�rigkeit ist Deutschland ein Muschterl�ndle - keine Revolution gegl�ckt bzw. durchgezogen, nur Restaurationen und Repressionen oder s. "Der Untertan" von Heinrich Mann
Beste Gr��e
Lilo
Hallo Maria,
in den Klassen meiner Kinder sind bei ca. 24 sch�lern wohl oft 3 Linksh�nder. Ich denke aber, dass mindestens die H�lfte schon vorher unerkannt umgeschult wurde. Die eine Mutti erz�hlte dass ihr linksh�ndiger Sohn sch�n rechts schriebe, nur in Mathe benutze er die linke Hand zum Schreiben, was sie nicht verstand. Von verschiedenen Gehirnh�lften hatte sie noch nichts geh�rt.
Gru� Anke
Hi Emily,
bitte erkl�re mir kurz das W�lfe-und-Luchs-Beispiel - Danke!
Nur aus dem Kopf, es geht in etwa darum, dass der Luchs an sich st�rker ist als ein Wolf, W�lfe hingegen (wie umgeht mensch hier nun bitte das Wort "aber" ;) ) im Rudel (auf Englisch: Pack) durchaus mal einen Luchs angreifen (Fleischfresser verschiedener Arten neiden sich durchaus Territorien, bringen �brigens teilweise auch Kinder der m�glicherweise um die Beute rivalisierenden Art um). Dann w�rde der Luchs sich auf einen Baum retten k�nnen, dort aber nicht runterkommen k�nnen, so dass wenn er schlie�lich doch irgendwann runterhupft zwar es noch mit ein paar der W�lfe aufnehmen kann, dann aber die Meute ihn kollektiv erlegt. In "Die Psyche des linksh�ndigen Kindes" war es, glaube ich.
Ich habe mich einigerma�en mit dem Beutegreifverhalten dieser beiden Tierarten besch�ftigt, insbesondere da ich selbst nur zu oft erlebt habe, dass sich in Gruppen ganze Mehrheiten gegen mich wandten, und alle noch einen draufgaben, w�hrend die Minderheiten schwiegen. Der Wolf ist ein Rudel- und Langstreckenj�ger, kann von daher recht unaufmerksam aber ausdauernd ein Beutetier �ber lange Strecken hetzen. Ein Luchs ist ein Sprinter, er konzentriert auf eine kurze Jagd auf einmal explosiv unheimlich viel Energie - und wie ich meine nachzuempfinden, ist dabei hochaufmerksam. Ich kenne dieses auch bei meiner Arbeitsweise, n�mlich sehr effizientes hochaufmerksames Durchziehen der T�tigkeiten bei dem mich nichts st�ren darf. Danach folgen unbedingte Pausen, in denen ich scheinbar L�cher in die Luft gucke, jedoch anstehende Aufgaben bereits im Geist mache, so dass sie sich nachher sehr schnell und wie von Zauberhand erledigen. Vielleicht aber ist das auch die Arbeitsweise eines ULH - es w�re interessant zu wissen ob es "nromalen" LL auch so geht.
Auch die Sozialverhalten beider Tierarten �hneln sich ungef�r wie Tag und Nacht.
Das geh�rt jetzt sicher nicht so sehr unter die Statistiken zu Grundschulkindern.
Was ich noch bei meinem Grundschulkind bemerken konnte ist eine Art Tendenz zu Messie-Verhalten, immer dann es auch in ihrem Kopf unaufger�umt war wegen Handwechsels. Vielleicht sollten solche Indikatoren auch einmal genauer betrachtet werden.
Gr�sse
Emily
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